Viel Windverkaufer ohne Mittel,Viel schlechte Tropfen voller Tittel,Gestrenge Bauern, gnädge Bürger,Viel Zöllner, viel lateinsche Würger,Viel Hoffart, wenig Complimenten,Viel Ignoranz und viel Studenten,Viel Kupler, viele Kuplerinnen,Viel die mit Huren Geld gewinnen,Viel Spanier, Wälsche und Franzosen,Der Lettern viel in deutschen Hosen,Viel Stußer und geborgte Kleider,Viel Säufer, Spieler, Beutelschneider,Lackeyen, Pagen, Pferde, Wagen,Viel Reiten, Fahren, Gehen, Tragen,Viel Drängen, Stoßen, Zerren, Ziehn,Dieß ist das Auodlibet von Wien."
Der Strom der Reisenden aber beginnt eigentlich erst mit derAufklärung. Von Nicolai¹) angefangen, pflegt jahrzehntelangjeder Wien- Reisende über die Stadt und ihre Bewohner zu schreiben,oft nicht zur Freude der damaligen Wiener, oft aber zur Erheiterungder heutigen. Db die Reisenden nun Wien nur berührten oder näher kennenlernten, jedenfalls schrieben sie. Von den Deutschen um 1800 seien K. G.Küttner2), Joseph Hager³), K. Fr. v. Reißenstein), I. I. Ger-ning5), J. Chr. Fr. Schulz6), K. Fr. Benkowitz7), J. Fr. Reichardt³),E. M. Arndt9) nur erwähnt, von Engländerinnen, die auf den
1) Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz im Jahre 1781. Nebst Be-merkungen über Gelehrsamkeit, Industrie, Religion und Sitten von Friedrich Nicolai, Berlin undStettin 1783. Wir benutzen ständig den Neudrud: Des Berliner Freidenkers Friedrich Nicolaibedeutsame Aufzeichnungen über das katholische Deutschland 1781. Regensburg, Passau, Linz,Wien. Neuausgabe Wien 1921.
2) Karl Gottlob Küttner, Reise durch Deutschland usw. 1801.
3) Joseph Hager, Reise von Warschau über Wien nach der Hauptstadt von Sizilien. 1795.4) Karl Fr. von Reizenstein, Reise nach Wien. 1795.
5) Johann J. Gerning, Reise durch Österreich und Italien. 1802.
6) Joachim Christoph Fr. Schulz, Reise eines Liefländers von Riga nach Warschau, durchSüdpreußen über Breslau, Dresden, Karlsbad, Bayreuth, Nürnberg, Regensburg, München,Salzburg, Linz, Wien und Klagenfurt, nach Bozen in Tyrol, 1795/97.
7)( Karl Fr. Benkowitz), Reise von Glogau nach Sorrent. 1803.
8) Johann Friedrich Reichardt, Vertraute Briefe, geschrieben auf einer Reise nach Wienund den österreichischen Staaten zu Ende des Jahres 1808 und zu Anfang 1809. Neuausgabedurch Gustav Gugiz, München 1915.( Denkwürdigkeiten aus Alt- Österreich, XV. und XVI.)
9) Aus Arndts Reisen ist die Beschreibung von Wien als Neudrud erschienen: E. M.Arndt, Wien. Herausgegeben von R. F. Arnold. Wien 1913.
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