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Weihnachtsgebäcke : eine vergleichende Studie der germanischen Gebildbrote zur Weihnachtszeit
Entstehung
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Einer besonderen Besprechung bedürfen die weihnächtlichenKreuzgebäcke, welche im Schwedischen und Dänischen julkors( Julkreuz) genannt werden. Sie treten dort in zwei Formen auf:a) als verchristlichtes Sonnenrad in Gestalt eines Radkreuzes( hjulkors)oder Malteserkreuzes mit und ohne umkreisenden Ring; b) als so-genanntes Hakenkreuz. Radkreuz und Hakenkreuz müssen aberin ihrer Form und Bedeutung auseinandergehalten werden. Mon-telius( Prometheus XVI, 1905, 796 bis 798) sieht auch das Haken-kreuz als ein Symbol der Sonne an. Daß das Radkreuz insehr vielen Fällen das Symbol des Sonnenrades( am Sonnenwagendes Sonnengottes) vorstellt, daran ist wohl nicht zu zweifeln; aberdaß das davon formell ganz abweichende Hakenkreuz( das ebenfallsschon sehr alt ist, keinen geschlossenen Kreis und kein mittleresAchsenloch aufweist) immer eine gleiche Bedeutung habe, wie das Rad-kreuz, ist nicht anzunehmen. Das uralte Radkreuz als Sonnen-symbol nahm das Christentum in seine Symbolik( sol invictus= Christus) auf, wie Montelius( 1. c.) genügend nachweist; die Cruxgammata, Croix pattée, Svastika*) oder das Hakenkreuz aber hatte,wie M. Hoernes( Urgeschichte der bildenden Kunst in Europa 338)sagt,» in zahllosen Fällen den evidenten Charakter eines Amulettsoder Talismans oder eines apotropäischen Zeichens«. Als solches Zeichen( Abwehrmittel gegen böse Geister, damit Glück- und Wohlergehens-zeichen) tritt es auch als deutsches, beziehungsweise germanischesGebildbrot auf; aber auch als verchristlichtes Radkreuz( Malteser-kreuz, siehe Fig. 58, 60, 61), als christliches quadratisches Kreuz dergriechischen Christen( Fig. 59) sehen wir in Schweden das Julkreuz,das aber in diesem Falle mit dem Sonnenrade keinen Zusammenhangmehr hat. Wir sehen auf Weihnachten dort und( am heiligen Drei-königstage) auch in Deutschland eine Reihe von Dämonen ab-wehrenden Volksgebräuchen, unter welchen die Anbringung vonKreuzen auf Türen, über den Fenstern, auf Wegen( Feilberg2, 181,184, 191, 198), auf der Oberfläche der Julgrütze( siehe oben), auf demBrote, auf den Kuchen, auf Butterkugeln( 1. eod. 184) ganz besonderszu erwähnen ist; denn» Julen er voetternes tid«. Gegen der elbischenWichte Einfluß konnte man sich beim Beginn eines neuen Jahresnicht genug sichern, daher die dänischen Nisse- oder Tusse- Morketin Kreuzform. Unter verschiedenen Namen kommt auch das Haken-kreuz als Gebildbrot der Weihnachts-, beziehungsweise Neujahrszeit

*) Sanskrit: svasti= Glück. Wenn nach Montelius( 1. c. 282) an vielen nordischenRunenstäben der Weihnachtstag durch ein vierspeichiges Rad( hjul) bezeichnet worden ist,so kann man dieses auch als Kreuzbrot deuten, das an diesem Tage ebenso wie aufOstern und Johannes( Italien, Frankreich) üblich war, oder durch die Volksetymologiehjul jul.

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