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wird, iẞt man bei der Zurückkunft den sogenannten>> Bien ohchts-schmuß«( Weihnachtsschmaus) oder den sogenannten» Hahnewackel«<( vielleicht so benannt, weil früher auf dem lockeren Gebäcke obenaufein wackelnder Hahn thronte); gegenwärtig besteht das Festnachts-gericht aus sogenanntem Geknöchel, Brezeln oder geflochtenen Zopf-gebäcken( Kraeppelzöppl, Krapfenzöpfl) und Heringen oder auchnur aus Kaffee mit Judenkuchen( siehe oben), Klump und Sauerkraut;das dabei übliche Zopfgebäck findet sich aber auch an anderenOrten an diesem Tage häufig; häufig sind diese Haarzöpfe inTeigform mit Mohnkörnern bestreut, daher» Mohn strütze l«<( Frank-furt a. O.),» geflochtene Strütze l«,» Strützelstück«( Böhmen),» Weih-nachtsstrütze l«,» Christ s trützela( Böhmen, Dresden, Schlesien,Salzburg, Lungau etc.) benannt( siehe Fig. 8).
Im östlichen Deutschland gibt es auch» Eierstrützel«, dasheißt, mit Eigelb bestrichene oder vermengte Zopfflechten. In Schlesiengibt das Mädchen dem Hofhunde ein Stück von ihrem Mohnstrützelund jagt ihn auf die Straße; wohin er läuft, von da kommt ihr zu-künftiger Gatte( Wuttke³, 242), das heißt, von dort kommt das Glückihres Lebens, das ihr die mit dem Seelenbrote versöhnten Seelen-geister verschaffen werden. In Dresden wurden die in der Mittestrotzend sich verbreiternden Stollen auf dem sogenannten Strützel-markte als» Strützel« verkauft( von Kügelgen, Aus den Jugend-erinnerungen S. 89); sonst ist das geflochtene(!) Strützel nur eindas Haaropfer symbolisierendes, beziehungsweise stellvertretendes Zopf-gebäck, das auf Weihnachten süßer und rosinenreicher, auf Osterneigelbsatter hergestellt wird. In Deutschböhmen wird einige Frei-tage vor Weihnachten die ganze Nacht hindurch gesponnen, wasman» die lange Nacht« nennt; der Erlös aus diesem in derselben Nachtgesponnenen Garne dient zur Anschaffung der Strützel( läng-liche Zopfgebäcke, deren jedes Familienglied ein Stück bekommt( Tille, 1. c. 47; Vernaleken, 1. c. 542, 547.) In Mährisch- Schlesienbackt man in der langen Nacht die Mohnstrützel( Globus 1900,S. 322), die an die Familiengenossen( Sippschaft) verteilt werden,wie die im Rauris( Tirol) am Vorabende vor Weihnachten ausgeteilten» Strutzen«<, die aber über die hohen Feiertage unberührt( alsSpende an die Schicksalsgeister im Hause) liegen bleiben( von Strele);dieser» Strutzen« heißt dort aber auch» Zopfen«. Unser>> Strützel«<,das im Althochdeutschen*) mit colifia( xwptov, zaldotov**)
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*) Siehe Steinmaier, Althochd. Glossen III, 617; IV, 46, 50. Strützel ist also keinslawisches, sondern ein gut deutsches Wort.
**) Lobeck, Aglaophamos 1067, führt diesbezüglich an:" Figmenta ejusmodi siligineanomine turpi designat Martialis IX, 3, cujus inter Apophoreta est quoque Priapus siligineusXIV, 61, cui compares, quae Schol. Juven. II, 53, adnotavit: coliphia etc. in MantissaCrameri coliphia, ut quidam dicunt, sunt membra virilia de melle et fermento composita."( Im Neugriechischen ist καυλός penis erectus, zu antikgriechisch xapλòç Stengel;vergl. vulg. lat. côlis= Kohl, lat. caulis.)