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Böhmen werden um 1400 große stollenartig langgeformte, schmack-hafte, weil gesäuerte Weißbrote als Weihnachtsfestgebäck erwähnt,welches als štrědrovnice die Nacht über neben einem Messerauf dem Tische liegt, weil des Nachts» die Götter« kommen unddavon essen( H. Usener, Religionsgeschichtl. Abhandlungen II.).In Dänemark ist es unziemlich, gewöhnliches Roggenbrot in derheiligen Julzeit zu essen( Feilberg2, 114) In Münster i. W. istdas Mittwinterbrot auffallend groß, um zur Verteilung an dieHausgenossen auszureichen( Bahlmann, Münsterländische Märchen352). Die Üppigkeit der Seelenspeisung gehörte ja überhaupt zumVolksbrauch; diese auffallend großen Formen finden sich besondersbei den Wecken- und Spaltgebäcken, das heißt den Fruchtbarkeits-symbolen; ellenlange oder 24 Pfund schwere Julbrote haben auch dieDänen( Feilberg2, 114). Im alten Island gab es( nach Du Cange, l. c.VI, 133 und Z. d. V. f. V. K. 1896, 250) ein Weihnachtsbrot( Fladen),welches vermutlich blatt dünn ausgewalzt war, ein sogenanntesLaubbrot, laufa- braud, panis foliatus, placentulae genus; in Norwegenheißt eine solche leichte Form des Julbrotes leite brød, ein anderestynd brød( Feilberg2, 140, 343): dünnes, leichtes Brot. Auffallendgelb in der Teigfarbe ist das dänische Safransbrot, safrons- brød( Feilberg2, 285), das sonst nur auf Ostern üblich ist, in welcher Zeitdas Gelb der Ostereier durch Safranfarbe ersetzt wird.
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Aus den Abschnitten des Weihnachtsbrotes stelltman die Klösse und Knötel her, welche mit schwarzen Fischen inBöhmen( Mohnklösse mit Karpfen in schwarzer Sauce), als Mohnknötelin Mähren, als Klösse in Lauenburg üblich sind; dazu die branden-burgischen» Mohn- Pielen«<, Klösse in der Mohnsauce( ndd. paalenauskernen), aus ausgeschälten Mohnkörnern hergestellt; im Böhmer-wald gibt es Knötel mit Schwammerlsauce oder auch sogenannteOfenknötel( Napfkuchen).
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Zu erwähnen ist hier, daß die lebkuchenen flachen Weih-nachtsbrote nicht selten die Form eines Tellers oder Korbtellershaben; letztere Form( siehe Figur 2) hatten wahrscheinlich diefrüheren Opferteller. Die Lüneburger fladenförmigen Lebzeltenhaben oft( Fig. 1) im Inneren dieses Tellerbrotes einen Modelabdruck,der dem Festzwecke entspricht, zum Beispiel Jagdglück für den Jagd-herrn, Glück für das Geschlecht( Wappen) etc. Auch die Israelitender Bibel hatten solche tellerförmige Brote, die sie ins Opferfeuerneben einem Widderpaar warfen. Die grusinischen Fürsten benützensolche Brotfladen heute noch als Teller( W. v. Siemens Lebens-erinnerungen 229; Arch. f. Relig. Wiss. III, 216). Die Modelabdrückesolcher Weihnachtsbrote oder Neujahrstellerbrote warenzum Teilsehr luxuriös ausgeführt mit bildlichen Darstellungen, Wappen, bibli-schen Szenen, Sprüchen, Widmungen etc. In den Rheinländern gabes solche in Graphit künstlerisch geschnittene Modelbilder schon