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Weihnachtsgebäcke : eine vergleichende Studie der germanischen Gebildbrote zur Weihnachtszeit
Entstehung
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In Schweden gehörte es zum Festbrauche der Julzeit, daß man

zu Mittag möljebröd oder, wie es in Südjütland heißt, mullebröd( mylåmollire, Feilberg2, 119, 178, 346), das heißt dünne Schnitten diesesBrotes wurden in die Fettschichten auf der Mitte der Julgrütze ein-getunkt und so aufgeweicht verzehrt.

Wenn der Vater in Bruchsal( Baden) zur Christmette ging,nahm er Hausbrot in der Tasche mit; nach der Rückkunft von derweihnächtlichen Feier in der Mitternacht teilte er das» Metten.brota unter die Sippengenossen und Haustiere aus( Meyer, BadischesVolksleben 488). Auch in der Pfalz stecken besorgte Hausväter beimBesuche der nächtlichen Christmette in der Weihennacht gerne einStück Brot in die Tasche als Heilmittel gegen die verschiedenstenKrankheiten, elbische Geister und Irrwische( Grünenwald, PfälzischerBauernkalender 16). Auch das schwedische Julbrot dient als Heil-mittel gegen verschiedene Krankheiten; stets aber wurde es früherim Saathaufen vergraben und daselbst bis zur Saatzeit aufbewahrt,um bei der ersten Pflugarbeit vom Hausvater und Ackerknechte, jaselbst vom Pflugrosse verzehrt zu werden( Globus, 72. Band, 375;Du Cange, VII, 490 ff. sub simulacrum). Wie heiligmäßig das Volk das» Christ brot« ansah, lehrt uns, was( nach Baumgarten, l. c. 8) einalter Mann aus Fichtwang( Oberösterreich) erzählte:» Als das Christ-kind geboren wurde, stieg ein heller Schein von einem Sterne amHimmel auf; die Leute ließen alles liegen und stehen und liefen demwunderbaren Lichte nach, das sie zum Jesuskin de leitete. Plötzlichfiel es einigen bei, daß sie eben Brot im Backofen hätten und daßin der Eile die Dampflöcher verstopft geblieben wären; wieder anderewaren wegen ihrer Viehherden in Sorgen, ob sie nicht von wilden Tierenangefallen würden. Da gab ihnen das Jesuskind den Viehhaltersegenund versicherte ihnen, auch mit dem Brote sei alles in Ordnung; siemöchten nur ohne Sorgen sein. Als sie heimkamen, machten sieschnell die Dampflöcher auf und waren hocherfreut, das Brot soschön zu finden; es roch aufs angenehmste und schmeckte weitbesser als sonst; sie ließen auch alle ihre Nachbarn und Freunde,das heißt Verwandte und Gevattersleute davon kosten, wobei sie esfreilich, um auszukommen, etwas klein antragen mußten.«< Von demViehhaltersegen sagte er, daß er von einem Manne, der über neunWasser gegangen sei, einmal in jedem Jahre gesprochen werdensolle, damit kein Unglück geschähe. Hier macht also die nächtlichehochheilige Kultzeit ein besonders schmackhaftes Brot, das an dieSippengenossen verteilt wird. Fällt der Tau der Weihnachtsnacht aufein vors Fenster gelegtes Brot, so schimmelt dieses nicht( Wuttke³,68); auch sonst ist das Weihnachtsbrot, wenn man es in derMitternacht der Wintersonnenwende( Solstitium) ins Freie legt, einPräservativ gegen Menschen- und Tierkrankheiten; es wird ebendurch die Gunst der in diesem Solstitium schwärmenden und mit