18
-
-
ist ein
Spende an die Dämonen zur Verhütung von Seuchenmiasmen aufWeihnachten ins Freie gestellt. Auch der schottische bannockeigentlich nur ein Michaeli- Gebäck, also ein NeujahrsbrotHafermehlbrot( schwedisch bjannak, gael. banagh Hazlitt, I, 120,II, 409), das auf Weihnachten als Festbrot an die Kinder geschenktwurde( 1819). Ob damit der rheinisch- fränkische bönek, eine Speise,bereitet aus Blut, Mehl und Leber, zusammenhängt?( Z. d. V. f. rhein.V. K. II. 1905, S. 39).
Haferbrei war im Mittelalter ein traditionelles Trauer- und Fasten-essen. Als in der Schweiz am Abend vor Weihnachten eine Frauihrem Manne nur den herkömmlichen Haferbrei auf den Tisch stellte,rief dieser:» Das ist kein heiliger Abend; Honig und Küchli will ichhaben; was die Alten errungen und erworben, lass ich nicht ab-gehen!«<( 1848, Schweizer Idiot. III, 132); die konservativere Frau setzteeben den herkömmlichen Seelenbrei zuerst auf; der Mann verlangteaber die im Laufe der Zeit hinzugekommenen süßen und fettreicherenSpeisen.
Im holländischen Kerst-( Christkind-) Liede heißt es:» t'Eet papuit een panneke, en t'maakt hem niet vuil; Het valt op de steenen,en t'heeft nog geen buil«, das heißt,» selbst für das Christkind darfan diesem Tage der Mehlpapp( Brei) nicht vergessen werden<<.
In Salzburg( Pinzgau) beginnt» das heilige Mahl« am Weihnachts-tage mit einem in der Pfanne aufgetragenen Milchmus( Bachlkoch),das mit Magen( Mohn) bestreut und mit Honig begossen ist.( Z. d. V.f. V. K. 1894, 78.) Jeder der Hausgenossen trägt dabei eifrig Sorge,nicht zu fehlen, denn die Percht würde es sonst übelnehmen; dochläßt man einen geringen Rest des» Koches« in der Pfanne, mit dernun die Bäuerin unter die Obstbäume des Hausgartens tritt mit derAufforderung:» Bäum eßts!«, wobei man erwartet, daß die nächsteErnte fruchtreich wird.( Frau Prof. Andree- Eysn im Archiv f. Anthropol.III. Band, 1904, 2. Heft.)
Man sieht hier deutlich, wie besorgt auch der Landmann inTirol um das Schicksal der Saat gerade in dieser Kultzeit ist, geradesowie der nordische Bauer in der Julnacht.
In Böhmen gibt es Mohnmilch mit Semmelbrocken.( Reinsberg,1. c. 558.)
Nach Hazlitt( National- Faiths and Popular Customs I, 261) war1784 in der Gegend von Rotherham in Yorkshire ein aus>> kneedwheat« in süßer Milch mit Spezereien gekochter dicker, saftigerweißer Grützbrei,» furmety«( frumentum? Weizen) genannt, als Früh-stück- und Mittagsgericht am Christmeßtage, aber auch am sogenanntenFurmety- Sunday üblich, dem Mittefasten sonntag, an dem die Sippenzur Mutterkirche( Sippen- Friethof) nach germanischer Sitte wandern;damit ist das Seelen- oder Totenopfer gekennzeichnet. Eine Verchrist-lichung dieses Weihnachtsbreies ist vielleicht die innerhalb der