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Eine ganz seltene Opfergabe der Weihnachtszeit muß die Kuhgewesen sein; sicher wurde diese aus wirtschaftlichen Gründen schonsehr früh durch Milchspeisen und Käse ersetzt( englisch Christmas-Cheese, Hazlitt II, 487). Wolf( Beiträge II, 149) führt ein Kuhopferfür den Helljäger am Christabend an. Im schwedischen Bärgslagenwar ehemals der jul- oxar( Jul och se) üblich als Schlachttier und alsFestbrot( E. Hammarstedt, Feilberg 2, 183). Der nordische» Julbock<<*)und das ebenfalls nordische» Gumsebröd« erinnern als Gebäcke derSchweden an das Bock opfer, das ebenfalls nur ganz ausnahmsweiseden Juleber vertreten haben mag. Auch bei den Südgermanen gabes zeitweilig ein Bock- oder Schafopfer; denn in dem sogenanntenSchlachtmonate( Dezember) findet vor Weihnachten das sogenannteHausschlachten an vielen Orten daselbst statt.
Zu diesen Sippen- Schlachtfestessen erschienen am Vogelsberg beiDarmstadt nicht selten das Christkind und der Nickels als ein ver-mummtes Paar( Perchta und Wode), das die Kinder bescherte oderbestrafte; dann gab es auch bei solchem Hausschlachten den soge-nannten» Schafweck«, der sicher an die Stelle eines älteren Schaf-bockopfers getreten ist.( Darmstädter Tägl. Anzeiger, 16. Dezember 1904,Nr. 295, zweites Blatt); die armen Leute opferten manchmal leichtereinen Widder oder einen Ziegenbock als ein Schwein und nochleichter den symbolischen Wecken( siehe unten S. 48).
An das Lamm opfer gemahnt ferner das Tiroler» Lamplbrot«<,über das ebenfalls unten näher berichtet werden wird; auch diesesTier kann nur ganz ausnahmsweise des Ebers Stelle vertreten haben,da es aus wirtschaftlichen Gründen in eine spätere Jahreszeit fallenmußte. Auch in Schweden erhält ein in Sagen und Volksglaubenvorkommender, in den Julnächten sich zeigen der Glo- son( Glotz- SohnGeist) ein geschorenes Lamm zum Opfer( E. Hammarstedt).
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Dagegen war der Hase eine relativ späte Stellvertretung desblutigen Tieropfers bei den Armen in Deutschland. Der Hase, einim Mittelalter nicht besonders angesehenes Wild, von Hartmann vonAue mit dem verächtlichen Ausdrucke» Kleines Kunder« belegt, warden Bauern vielfach für den Fang und als Speise freigegeben( M. Heyne, D. Hausaltert. II., 266); letztere hat sich als Weihnachts-gericht in Westfalen am sogenannten Wurstabend unter dem Namen» Pannhase«<< erhalten( Bahlmann, Münsterland 354); als gebackenes
*), Jul- bokken" ist auch eine tierische Skelettmaske auf Weihnachten und am SanktStephanstage in Westgotland( Schweden). Am Julabend lag vor dem Jultisch ein Holz-block mit einer Schweinshaut überzogen; der Hausvater trat vor und legte seine Händeauf diesen„ Julbock" und schwur, daß er seinem Hausvolke ein guter Vater( Gode) imkommenden Jahre sein wolle; dann legten die Hausmutter und das Gesinde ebenfallsihre Hände darauf und gelobten treufeste Pflichterfüllung( Feilberg 2, 192, 206, 350), einNeujahrsbrauch, der als, Aufdingung" des Gesindes für das kommende Jahr aufzufassenist. An die Stelle des Opfertieres trat auch da und dort in Deutschland ein Festgebäck,zum Beispiel Weihnachtsfladen( siehe unten S. 32).