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Weihnachtsgebäcke : eine vergleichende Studie der germanischen Gebildbrote zur Weihnachtszeit
Entstehung
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erhaltende männliche Schwein konnte nun, nachdem die Eichelmastaufgehört hatte und frischer Wurf in der Winterstallung zu erwartenwar, fallen( Meyer, Mythol. d. G., 327). Als» Julagalt« oder» Jul-gris« werden wir dieses Opfertier der Weihnachts- oder Julzeit unterden nordischen Gebildbroten dieser Kultzeit wieder finden. InOxford wurde noch lange Zeit der Schweinskopf auf die Weih-nachtstafel aufgetragen unter Gesang(» caput apri defero, reddenslaudes Domino«)( Feilberg 1. c. Z. d. V. f. V. K. 1903, 29). Ein solchesEberhaupt schmückte auch in Dänemark und England die Weihnachts-tafel und ist dort heute noch das weihnächtliche Festgericht; häufighat dasselbe einen Rosmarinstrauch oder einen Zitronenapfel*) imMaul( Feilberg, Dansk Bondeliv I, 234, Hazlitt, I, 59, Feilberg2, 349,193). Im schwedischen Småland heißt dieses Eberhaupt>> jula hös<<( E. Hammarstedt; Feilberg2, 184). In Schottland gibt es ein Christ-meẞessen, welches dort» Sowens« heißt, jedenfalls in bezug auf einSau oder Schweinsgericht der Julzeit( Hazlitt, II, 559). In Dänemarksind Schweinskopf und Schweinsfüße ein Julabendgericht( Feilberg²,341). In der Uckermark iẞt man Schweinskopf, Lungen wurst und Grün-kohl. In Böhmen gibt es( nach Reinsberg, Das festliche Jahr, S. 542,und Wolf 1. c. I, 191) auch Schweinefleisch; am Rhein den Schweine-schinken; im salzburgischen Gebirgsgau nach der Mette den gemein-sam verzehrten Schweinskopf; in Altbayern die schweinernen Metten-würste, die in der Christnacht gekocht und verzehrt werden; imSaterland den halben Schweinskopf mit Kartoffeln. In Halland( Schweden) legt man einen halben Schweinskopf zur Salzfleisch-schüssel neben anderen Gerichten auf den Jultisch( Feilberg2, 184).Das münsterländische Mopkenbraut( Wurstbrot) ist ein Analogon zurostpreußischen Blutwurst mit Backobst. In Schonen, der schwedi-schen Kornkammer, versammelte sich früher das ganze Gesinde beimHerrn des Hofes zum sogenannten Hochessen; nebst einem großenBrote wurde ein stattlicher Haufen Speckseite, Fleisch, Wurst undKuchen ausgeteilt; nachdem die Gesindeleute dieses heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnische( Eber-)Essen in ihre Kammer getragen hatten, erschienen sie zum zweiten-mal im Sonntagsstaate an der Festtafel, wo es dann( christliche)( Fasten-) Fische, Gänsebraten und Kuchen gab( Ortwein, DeutscheWeihnachten 88). In Tirol wird den Nachbarsleuten» ein schlachtigesStuck«< ins Haus geschickt( Noë, Deutsche Alpen I, 402; Heyl, Volks-sagen 763) und das sogenannte» heilige Mahl« gerichtet( Z. d. V. f.heißt die verschiedenen geopferten Tiere) eisdem erga inferos servituros et commissacrimina apud eosdem placaturos"( 1. eod. 338). Beide Deutungen sind annehmbarund schließen sich nicht aus; da eben dann der Herdeneber am leichtesten zum Sühne-opfer verwendet werde konnte.

*) Über die Zitrone( felix malum) als sakrales abwehrendes Opfer siehe Z. d. V. f. rh.u. westf. V. K. I, 1904, S. 220 ff., Z. d. V. f. V. K., 1904, S. 397. Auch in dem Werkevon C. Lundin und A. Strindberg, Gamla Stockholm"( 1880-82), über das alte Stockholmträgt das dort abgebildete Julschwein einen Apfel im Maul( E. Hammarstedt). w

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