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daß es sich um eine Speisung der wiedereinkehrenden Seelengeisterbeim Beginne des neuen Jahres, um den» Jahrgang der Toten«<, handelt.Was nun diese( elbischen) Wesen erhielten, wurde im Gemeindelebenzum Herrenrechte, im Hause zum Gesinde-, im Wirtshause zum Kunden-rechte, im Leben der Sippe zum Patengeschenke; selbst das Hausviehnahm, wie schon erwähnt, an dem Segen der Kultspeisung symbolischAnteil; so gibt man in den Ostkarpathen den Hühnern während derWeihnachtsfeiertage gekochte und versüßte Weizen körner,damit sie fleißig Eier legen; die Menschen aber erhalten mit Knoblauchgewürzte Speisen.( Z. f. ö. V. K. 1902, S. 123.)
In der ehemals deutschen Franche Comté warf man am Jul-abend Brot aus an das Hausgeflügel( Feilberg 2, 343); in Dänemarkerhalten die Hühner Julgrütze( l. eod. 199).
In Boitzenhagen( Lüneburg) erhalten die Schafe auf Weihnachtenbesonders gutes und reichliches Futter, sogar ganze Korngarben.( Z. d. V. f. V. K. 1896, 369.) In Tirol gibt man dem Stallvieh an diesemTage ein besonderes» Leckat«<. Im Norden erhalten die Pflugpferdeund Ackergäule, um eine gesegnete Ernte zu erzielen, in ihr Futteretwas von dem Julbrote, das wir später noch besprechen werden.
In der Christnacht hat der Teufel Gewalt über alle, die sich ander Heiligkeit der Nacht verfreveln; darum dürfen in dieser Nacht inWürzburg( auch in Altbayern) die Bäcker nichts backen; wer es dochtut, dem mischt der Teufel etwas ins Brot hinein( Schoeppner, Sagen-buch II, 261), wodurch letzteres zauberhaften Schaden bringt. In Ost-preußen brennt man in der Weihnachtsnacht im Hause Lichter, damitdie einkehrenden» Toten« sich daran erwärmen können( Wuttke,D. Volksabergl., S. 441), und in Schweden mußte auf dem Weihnachts-tische auch eine gefüllte Bierkanne mit» Engelbier«( ængla- ølet) fürdie Verstorbenen stehen.( Globus, 72. Band, S. 375. Zahlreiche Belegeaußerdem bei Feilberg2, 163 ff.)
Der Toten-, beziehungsweise Seelenkult erheischte beim Beginneines neuen Jahres vor allem die versöhnende Abspeisung der Seelenoder Toten; diese verlangten das ihnen gebührende Speiseopfer;solche waren neben den vegetabilischen Speisen auch die mit demMenschen symbiotisch verbundenen, aber im Interesse der Herdenzuchtnur zu gewissen Zeiten schlachtbaren Haustiere. Im Frühjahr gab esaus diesem wirtschaftlichen Grunde Kälber, im Sommer Schafe oderLämmer, im Herbst Rinder, im Winter Schweine. Im Isländischenheißt darum der Dezember Mörsugur= Schmersauger( Schweinspeck-monat, Weinhold, Monatsnamen 51); daher mußte auch in christlichenZeiten das Schweinefleischessen in der Mittwinterzeit üblich bleiben;daher gibt es im germanischen Norden noch den Juleber, der imAltnordischen sonar- göltr=Herdeneber*) hieß; denn das die Zucht
*) Feilberg2, 336, neigt sich anscheinend der Bugge- und Grimmschen Deutung:sonar- göltr= Sühneeber, zu( sónarblót sonoffer): immolant putantes hos( das
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