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Weihnachtsgebäcke : eine vergleichende Studie der germanischen Gebildbrote zur Weihnachtszeit
Entstehung
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Jagd mitschwärmen, bilden die Schar der letzteren, an deren Spitzein Deutschland der Wode oder Schimmelreiter( wilde Jäger) einer-seits und die weibliche Perchta- Holle andererseits emporragend sichabheben; sie erhielten in der dunkelsten Jahreszeit vor Beginn desneuen Jahres ihre versöhnenden Opfergaben, wie auch beim Totenkultdem Geiste des Verstorbenen seine Seelenspeisen vorgesetzt wurden,wozu man die Totenlieder( 8. Jahrhundert dad- sisas) sang. SolcheSpeisengaben werden auf Neujahr beim Umgange in Schlesien undBöhmen unterm Absingen der sogenannten Kolande oder Koleda-(= calendae) Lieder zusammengebettelt. In Steiermark lieferte dieBeisteuer der Sippengenossen das später noch zu erwähnende>> Störi-brot«. Die Gilden oder Opferschmausgesellschaften, bei denen diebeigesteuerten oder entrichteten Lebensmittel als Opfergaben galten( vergl. altsächsisch gëldan, angelsächsisch gildan opfern), führtendabei ihre Hausheiligtümer und Hausgötzen von Haus zu Haus herum,die Einkehr der glückbringenden Schutzgeister so symbolisierend.( Herrmann, Mytholog. 371, 425.) Am Christabende( anderwärts amPerchtentage) werden im Salzburgischen die Eẞtische mit dem so-genannten» Heiligenachttüchel« und mit einer Kerze, die nicht aus-gelöscht werden darf, wie auf einem Opfertische(= tabula fortunae)für die nächtlicherweile einkehrenden Seelengeister bedeckt.( GefälligeMitteilung von Frau Professor Andree- Eysn). Diese Seelenspeisung inder Weihnacht kehrt in der modernen Neujahrsnacht und noch aus-gesprochener in der Perchtennacht wieder.( Vergl. auch Sartori, DieSpeisung der Toten 51.) Über diesen Empfang des elbischen Seelen-volkes in der Julzeit beim dänischen Volke vergl. Feilberg( Dennordiske Jul 823 und Jul I, 1904.) Im mährischen Schlesien werdenam heiligen Abend viele Speisen gekocht und- was sonst das ganzeJahr nicht vorkommt der Tisch gedeckt( also der Opfertisch bereitgestellt). Die Speisenmenge ist vorbedeutend für den Überfluß»> desganzen folgenden Jahres«( also auch dort hat Weihnachten die Rolledes Neujahrs); es muß viel übrig bleiben. Vom 24. bis 26. Dezemberfrüh wird nicht abgeräumt; die Brocken bleiben liegen>> für dieEngel«, das heißt, für die Seelengeister( Weinhold, Deutsche Weih-nachtslieder 26) und werden am letzten Tage für die Vögel auf denBäumen mit den Worten hinausgetragen:» Bäumchen, hier hast du vomChristfest ein Stück; gib es uns wieder und bring' uns Glück!<< Die( römische) Tabula fortunae( Opfertisch für die glück bringenden Schutz-geister) ist ein Hausaltar; dieser bleibt auch in Skandinavien die Jul-festzeit bis Heilige drei Könige, ja selbst zum Teil bis St. Knutstag( 13. Jänner) unberührt stehen; die darauf hergerichteten oder übrig-bleibenden Speisen gehören den Verstorbenen, den Ahnengeistern,den schützenden Hausgeistern,*) welche in diesen längsten Nächten

*) Die heraldisch ausgestatteten Herd- und Ofenplatten erinnern noch an diesenAhnenkult, der am Herde, dem germanischen Opferaltare, sich betätigte.