Vorwort.
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500
WIEN
Zu allen Zeiten hat es die Menschen interressiert, wie man sich an anderenOrten kleidet. Schon in ältester Zeit berichten Geschichtsschreiber über dieTrachten fremder Volksstämme oft einlässlicher, als über wichtige Ereignisse.Dass auch die Künstler schon frühe Gefallen daran fanden, fremde Trachtenzur Erhöhung der malerischen Wirkung ihrer Arbeiten zu verwerten, beweisendie alten Gemälde, und wie gross im allgemeinen das Interresse für die Kleidungbei unsern Voreltern war, bekunden die Trachtenbücher, die schon im 16. Jahr-hundert im Buchdruck herausgegeben wurden, d. h., sobald es die Kunst derHolzschneider ermöglichte, derartige Werke herzustellen. Allerdings fand manfrüher mehr die städtische Kleidung der verschiedenen Stände und Berufsartenpassend zur Wiedergabe in solchen Werken. Das änderte sich, als zufolge der