Print 
Volkslieder und Sagen der westgrönländischen Eskimo Glossary ::: show glossary-entry Eskimo
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

335

Nikolai Broberg, echtrassig(?), 46 Jahre, Egedesminde,gab folgendes selbst gedichtete und komponierte Lied zum Besten:

Schon als ich noch ein kleiner Junge war,

Wollte ich so gerne trinken.

Meine Flasche und ihren Inhalt liebe ich ungemein.

Des Bechers Klang höre ich mit Freude

Und lasse ihn nicht eher, als bis er

Bis auf den letzten Tropfen geleert ist.

Im folgenden Liede erweist sich unser Dichter als Gefühls-mensch:

Wenn mein Grab fertig ist und ich zu meinen Vätern gehe, möchtenda alle, die mich hintragen, miteinander einen Rausch bekommen! Möchtendie heute auf meinem Grabe tanzen und dort viele Becher trinken.

Vilas Matak, Seehundsjäger, 36 Jahre, Pröven, sang:

Wenn es ihm gar zu schlecht geht, dann wird ein Mensch betrübt.Dann tröstet die Flasche und der Wein. Der Erde sei gedankt, welche denWeinstock trägt. 1)

Alte Sage.

Simion Jeremiassen, s. o., erzählte folgende Sage, die anunser Märchen vom Blaubart erinnert:

Jedesmal, daß Ingimarasok sich Frauen nahm, erschlug er sie und aẞsie. Einmal, als er eine töten wollte, die seine Frau gewesen war, entkam siezu ihrer Familie. Sie töteten ihn.

1) Diese Stelle verrät dänischen Einfluß, denn die Rebe gedeiht jetzt inGrönland nicht.

Mitt. d. K. K. Geogr. Ges. 1908, Heft 7 u. S

24