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Rasse, Kultur und Sprache
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DR. RUDOLF TREBITSCH, RASSE, KULTUR UND SPRACHE.

eine Menschheitsgruppe zu verstehen, die durch ihreSprache als eine Einheit charakterisiert wird.Dieser Irrtum wird auch von den modernen Ras-sentheorien be-gangen, diebeispielsweiseeinen klaffen-

den GegensatzzwischenAriern undSemiten findenwollen undauf diese Weisedem Antisemi-

tismus einewissenschaft-liche Fundie-rung zu gebenversuchten.Der am mei-sten geleseneVertreter die-ser Richtungist HoustonStewartChamber-lain mit sei-nem bekann-ten Werke:,, Die Grund-lagen des neun-zehnten Jahr-

hunderts."Arier und Se-miten sindeigentlich nurSprachgrup-pen der großenweißen Rasse.Dabei sind so-gar durch aller-neueste For-schungen Ver-

wandtschaf

ten zwischenarischen undsemitischenSprachen auf-gedeckt wor-den, so daßauch dieseSchrankennicht gar sounübersteig-bar sind, wieman meinensollte. Von denNachbetern

dieser höchst

laienhaftenLehren wird

Fig. 1.

Fig. 2.

Fig. 3.

sation im Altertum begründet und beide Länderwaren ursprünglich von nichtarischen Völkern be-wohnt: Es waren dies in Italien unter anderem die

Vertreter der nordischen Rasse, aus Norwegen; blond undausgesprochen langkopfig.

Vertreter der mitteleuropäischen Rasse, aus Österreich; brünettund ausgesprochen kurzköpfig.

Vertreter der südeuropäischen Rasse, aus Italien; brünett undmäßig langköpfig.

behauptet,daß alle kultu-rellen Errungenschaften Europas von ihrer ver-himmelten ,, arischen" Rasse ausgegangen seien.Dem ist nun ganz und gar nicht so. Italien undGriechenland haben hauptsächlich unsere Zivili-

Etrusker undin Griechen-land die Karerund Pelasger.Die Bevölke-

rungen derbeiden Ländersind sicherlichdurch Vermi-schung vonspäter hinzu-gekommenenAriern mit die-ser Urschichtezustande ge-kommenNachweisbarwurde von denEinwanderernviel von derKultur derUrbevölke

rungangenommen. Die prähistorischenDenkmäler,die uns in die-sen beidensüdlichen Ge-bieten Euro+pas erhaltensind, beweisendies zur Ge-nüge. Die er-wähnten Ras-sentheoriengehen von demganz falschenStandpunktaus, daß dieErrungen-schaften einesVolkes sichaus seiner Zu-ehörigkeit zueiner bestimm-ten Rasse undderen Geistig-keit ableitenlassen. Wirwissen aber,daß die Kul-turhöhe einerNation im we-sentlichenvomgeographi-schen Milieu,in dem sie lebt,und von dengeschicht-

lichen Schicksalen dieser Menschheitsgruppe ab-hängt. Der Kardinalfehler, an dem diese Lehrenkranken, besteht aber darin, daß sie mit ,, Rasse"einen ganz genau teststehenden, eng umschriebenen