habe ich, um die Zeichnung zu vereinfachen, durch den Flachstich ersetzt.( Im ver-grösserten Maßstabe mit einer Rohrfeder oder mit einem Oelkreidestift zu schraf-fieren!)Der zweite Teil- Tafel V bis IX- umfasst einige Grundmotive von Stickar-beiten verschiedener Stile und bietet Beispiele zur Übung im Zeichnen von krummenLinien dar.( Es muss bemerkt werden, dass ehedem ein jeder Volksstamm, ja so-gar eine jede Gegend in Böhmen, Mähren und der ungarischen Slovakei ihren eige-nen Stickereistil besass, und deshalb der Charakter der böhmischen, hanakischen,walachischen( Ost- Mähren) und slovakischen Handarbeiten, nicht nur in der Technik,sondern hauptsächlich in dem Ornament, grundverschieden ist.) Übrigens wollte ich hierzeigen, wie aus den nationalen Kompositionen einzelne Elemente zu wählen sind und fürselbstständige Übungen verarbeitet werden können. Es ist ein grosser Unterschiedeine stilisierte Blüte oder Frucht einmal als einen Teil des Ganzen, das anderemalals selbstständige Übung zu zeichnen. Als Beispiel soll ein Äpfelchen dienen,das so häufig in den verschiedensten Formen in der westslavischen Flachstickereivorkommt. Tafel VI bringt in der Mitte einen Apfel als selbstständiges ornamen-tales Motiv in grossem Maßstabe; es ist dasselbe Motiv wie auf der Tafel XXIII, woes in einer Komposition verwertet ist. Der Unterschied ist leicht bemerkbar. Dort,wo es als ein Teil des Ganzen vorkommt, ist, um die erwünschte Wirkung zu erzielen,der Blütenkelch palmettenartig und bedeutend gross entwickelt, der Kern ist voll,der Stengel einfach glatt, da das Ornament sich eng an ein anderes mit Blätternanlegt. Beim Zeichnen desselben Motives als selbstständiger Übung ist es vorteilhaft,die Blätter des Blütenkelches proportionell kleiner zu zeichnen. Die Füllung desInneren ist durch ein leichteres, geschachtes Dessin ersetzt, der Stengel( der beimVergrössern immer die nötige und bedeutendere Stärke haben soll) ist mit Blätternversehen; es würde gewiss nicht günstig wirken, wenn ein Motiv, das sich so plötzlichin die Breite entwickelt, auf einem längeren glatten einfachen Stengel ruhen würde.Die Blätter vermitteln hier einen allmähligen Übergang.
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Der dritte Teil- Tafel X bis XV- stellt verschiedene Bandornamente im ver-grösserten Maßstabe dar.
Der vierte Teil- Tafel XVI bis XXX- führt entweder vollkommene Teile oderauch ganze Stickmuster, teils vergrössert, teils in natürlicher Grösse vor. In diesemTeile trachtete ich die typischen Beispiele der verschiedenen volkstümlichen Stick-arbeiten aus Böhmen, Mähren und der ungar. Slovakei vorzuführen. Ich habe dieje-nigen dazu gewählt, die mir am meisten bekannt und zugänglich waren.
Sollte dieses Werk freundlich aufgenommen werden, so wäre mein Bestrebendahin gerichtet, die Reihe dieser schönen Muster noch durch weitere Typen zu ergän-zen, namentlich durch diejenigen, welche in dieser Arbeit noch nicht vertreten sind.
Brünn, am 7. März 1905.
JOS. ŠÍMA.