Jagdhütten beherberge, überredete ich ihn, sich aus- und umzuziehen. Ertat es auch. Inzwischen bereitete ich ihm eine Eierspeise, das heißt ichkam so weit, die Eier in das Reindl zu gießen. Da kam er her, gute zweiKöpfe größer wie ich und nur angetan mit meinem Wetterfleck; derallerdings rückwärts nur bis zu den Kniekehlen, vorne jedoch nur einwenig über den Gürtel reichte und meinte, ich möge mich nicht inkommo-dieren, er mache sich die Eierspeise schon selbst.
Ich setzte mich zu meinem Buche und las weiter. Nach ungefähr einerhalben Stunde sah ich auf, sah den Gast noch immer eifrig rühren undfragte ihn, ob er sich eine zweite Eierspeise koche. Nein, es wäre nochimmer die erste. Da das mit rechten Dingen nicht zugehen konnte, sahich selbst zum Herd und richtig, trotz meiner Vermutung, daß die Eier-speise schon die Konsistenz eines Steines haben müßte, war alles nochflüssig, ganz und gar flüssig. Und, merkwürdig, in der Mitte sprangimmer ein kleines Bläschen auf, nachdem es„ pllubb" gemacht hatte.Sehr merkwürdig!- Zufällig sah ich zur Decke. Da hatte der Un-glücksmensch seine Lederhose genau über dem Eierspeisreindl zum Trock-nen aufgehängt. Ja, da läßt sich beim besten Willen und noch besserenEiern eine Eierspeise nicht genießbar machen.
XVIII.
Unsere Eierspeise war herrlich, das Bier gut, eine mitgenommeneLieblingstorte vortrefflich. Nun her mit dem Wein und dem Fremden-buch. Das kannte Hans schon auswendig. Nur die vom OberlehrerFranz Scheibenreif mir gewidmete Chronik des Hauses„ Auf der Dürr",meines Notnagelhauses, kannte er nicht. Sie lautet wie folgt:
,, Das Bauernhaus Nr. 93 steht auf der Sonnenseite des oberenSchlaggraben in 1160 Meter Seehöhe und an dem Wege, der in denDürrgraben führt. Auf diesen Umstand mag die ehemals übliche Be-zeichnung ,, Auf der Tür" oder auch„ In der Tür" für die oberenSchlaggrabenhäuser zurückzuführen sein. Die gleichzeitige Benennung,, In Schlag" oder„, 3m Schlaggraben" kam aber stets mehr in Anwen-dung und verdrängte erstere mit der Zeit vollständig. Das Anwesenwar ein der Herrschaft Kranichberg dienstbares Halblehen, dessen Be-sitzer nach einem im Jahre 1678 angelegten Urbar an„ Hausdienst, Käl-bergelt, Leinwathgelt, Henner- und Eiergelt, Hauergelt, Robathgelt undSteuer" einen Jahresbetrag von 4 fl., 2 Groschen, 12 Pfennigen zu ent-richten hatte. Das Haus selbst, ein massiver Steinbau, zeigt äußerlichnicht die allgemein hier übliche bajuvarisch- steirische Bauart alten Stils,
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