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Geld genug zum Reisen zusammen gelegt gehabt. Aber da ist der Krieggekommen und da hat er Kriegsanleihe gekauft. Er hat bar gekauft,weil er sagt:„, 3' bleib' neamd, nit amal in Staat, was schuldi', weil i anit möcht', daß mir der Staat was schuldi' bleibt." Sein Sohn istvoriges Jahr in Rußland gefallen.
Nun gehen wir eine lange Strecke zwischen leicht ansteigenden Wie-sen links und steilen Waldbeständen rechts, dem Fluß entlang und kom-men nach einem Kilometer zur zweiklassigen Volksschule. Da werde ichimmer traurig, aber erst seit zwei Jahren, seitdem uns unser guter, alterOberlehrer Scheibenreif ganz ungerechter Weise und ganz gegen seinenWillen fortgenommen und in's Flachland nach Süßenbach versetzt wurde.„ Ja, um an Herrn Oberlehrer Scheibenreif is wohl schad!" sagt dieganze Bevölkerung. Das ist mehr als Ehrenbürger zu sein oder einMonument zu haben. Dieser Mann unterrichtete die Kinder und esgibt furchtbar viele in Trattenbach nicht nur gründlich und vortreff-lich, er sammelte alte Lieder, Sitten und Gebräuche, hatte eine Bienen-zucht, einen Obstgarten, beides als Muster für die Bauern, die er unter-wies und denen er mit Rat und Tat in allem ein Freund und Helfer war.Er spielte sehr schön auf der Orgel, kannte jeden Stein der ganzenGegend, die Geschichte jedes Hauses. Er wußte von jeder Pflanze, wosie zu finden und wozu sie zu gebrauchen ist; kannte alle Schwämme, dieKäfer, Schmetterlinge und war bewandert in der Geologie der ganzenGegend. Zu seinem eigenen Vergnügen zeichnete er eine große Land-karte des näheren Trattenbach, maß alle Höhen selbst nach und stellteIrrtümer der letzten offiziellen Kartenaufnahme aus dem Jahre 1876richtig. Auch eine Reliefkarte der Gegend hat er eigenhändig gemacht.Er leitete eigentlich die ganzen Gemeindegeschäfte unentgeltlich undohne, daß man's recht wußte. Der Bürgermeister wird's gewußt haben.Und der jetzige erst recht. Und dieser Mann, der dem Ort alles und demder Ort alles war, wurde nach vierundzwanzigjähriger Tätigkeit versetzt,ohne daß man den Beschwerden der Bevölkerung auch nur im Gering-sten Rechnung trug. Sein Nachfolger kam in Rang und Würden einesOberlehrers.„ Ja, aber der Herr Oberlehrer Scheibenreift" Ich binüberzeugt, in Süßenbach geben sie ihn und seine Frau und sein herzigesTöchterlein jetzt auch nicht mehr gern her, obzwar er erst das zweiteJahr dort ist.
Gleich neben dem Schulhaus, Zaun an Zaun, steht die k. k. Post,Telephon- und Telegraphenzentrale in einem. Ein Postfräulein versiehtden Dienst und aushilfsweise der Lechnerbriefträger. Der ist aber jetztirgendwo in Sibirien und wenn er da ist, weiß er auch nie, wie er die
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