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Trattenbach
Entstehung
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gesellschaften. Die Wirtin, die Frau Hofmann, war Köchin in Wien, imHotel Union und wenn sie will, kann sie sehr gut kochen. Sie will abergewöhnlich nicht, weil sie lieber greint und über ihr Schicksal murrt.Warum weiß niemand, vielleicht der Herr Hofmann!

Auf der drüberen Berglehne stehen die Arbeiterhäuser in zwei Zeilenund gucken mit den roten Dächern luftig zum Bach hinunter, zum Him-mel hinauf und dem Hofmann in den Magen.

Jetzt kommen wir zu unserem Nachbar. Benkbauer heißt er, Cle-mens schreibt er sich und Schneeweiß wird er genannt. Er ist ein gran-tiger großer Bauer, hat immer einen brennroten Barchentjanker anund schindet seinen Wald so viel es geht. Hat aber immer noch genugzum Schinden, weil er einen großen Besitz und keine Nachkommenhat. Er ist der Fabrik seit Beginn das Weidegeld schuldig und bleibt'sauch. Sein Wahlspruch ist: So lang als i eana was schuldig bin, tuatsmi ös griaß'n. Hab' is amal zahlt, nacha denkt's enk ös' gleiche vonmir, was i ma von enk scho hi a tzt denk." Dabei sauft er nicht. Undmit dem Manne möchte ich wegen Ankauf seines Grundes unterhandeln.Das ist doch sicher aussichtslos. Nicht?

Ja, richtig, da sind wir ja beim Holzerschuster- Haus vorbei gegangen.Da wohnt der Lechnerbriefbot drin, wenn der arme Kerl nicht wiejetzt, in Sibirien gefangen ist. Dann der Krausner Karl. Der Krausnerift Taglöhner, wenn er gerade Luft hat. Sonst reist er. Er war in Vor-arlberg, in der Schweiz, in Frankreich, England, Deutschland, in derTürkei und Rußland. Er war auch in Amerika, spricht Englisch, liestes auch und politisiert, wie selten einer in der Stadt; selbstverständlichdie Politiker von Beruf mit eingeschlossen. Er versteht jede Hand-werkerarbeit, jede landwirtschaftliche, jede Beschäftigung im Wald ausdem ,,", greift überall zu und kennt sich überall aus. Er ist ein Philo-soph durch und durch, redet nur selten, dann aber gescheidt. Einmal sitich mit ihm in der Stub'n und wir reden über die Herbstarbeiten. Drinim Zimmer spielt meine Schwiegermutter Löwelieder und singt dazu.Nachdem wir mit der Holzarbeit fertig sind, und er sich's sauber in seinMerkbuch eingeschrieben hat, daß er's nicht vergißt, sagt er: Es isteigentli was scheenes, wann si an älterne Frau no so a friedlich's G'miatbewahrt!" Er hat den Nagel aber ganz genau auf den Kopf getroffen.- ,, Nachdenken!" ist sein Motto. Wann's d'i mit' an ganz an kloanHammer immer wieder auf'n 3oag- Finger vo da linken Hand haustbeim Nageln, is' a Beweis, daß d'net nachdenkst. Weh' tuat's aberdo und gift'n tuat's di a. Denk halt nach z'erscht, nacha dersparst Dir' sgift'n und' s wehtuan." Vor drei Jahren hat sich der Krausner wieder

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