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Trattenbach
Entstehung
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Hochwechsel im strengen Süden ab. Hier geht's bergab über den HohenUmschuß", an der Kranichberger Schwaig vorbei in's sogenannte Lehen,dem Molzbach entlang nach Osten zu und die schon erwähnte Straßeüberquerend, den steilen Hang des Otter auf zum Hohen Otter", dergegen Often abgrenzt. Nun wieder in leichtem Bogen am Kamm desOtter über das Haidegg hinunter bis zum Göstritzbach und diesen, zumUrsprung folgend, steil bergan zum Alp- oder Altkogel, dorthin, wo wirbegannen. Das Alles gehört zu Trattenbach, an sich ein unscheinbaresDorf von etlichen 16 Häusern.

Doch alle Höfe, Häuser und Keuschen, die in dem weiten, früher be-schriebenen Gebiet liegen, sie alle gehören mit dazu und alle haben Num-mern. Und diese Hausnummern gehen in die vielen Hunderte. Mittendurch die ganze Gegend fließt der Pfaffenbach und in ihn münden derRienbach, Ottenbach, Schlaggrabenbach und Hinterotterbach am linken,der Schmelzbach, Trattenbach und der Molzbach am rechten Ufer. Jedersolche Bach, der eigentlich nur als Bacherl zu bezeichnen wäre, fließtaus seinem Graben, der den gleichen Namen führt. Dieser Name desGrabens erleichtert auch der k. k. Post das Auffinden des Adressaten,da die Numerierung wohl dem Zahlensystem nach durchgeführt, dochohne Rücksicht auf Zahlenfolge und Ort vorgenommen wurde. Wennman uns z. B. einen Brief schreiben will, ich will Niemanden dazu ver=leiten, ich erfahr's doch früher, wenn wir uns irgendwann, irgendwo ge=legentlich begegnen, so muß er schreiben Schlaggraben Nr. 93", ob-zwar im ganzen Schlaggraben wohlgezählte 11 Nummern vorkommen.Da wir das viertlette Haus im Graben bewohnen, so würde füglichSchlaggraben Nr. 8 genügen. Wir haben Nr. 93, das Haus vor unshat Nr. 89, das hinter uns Nr. 72. Aber unser Haus ist älter als Nr. 72und älter als Nr. 89. Die Numerierung erklärt sich aus der Lage desOrtes an dem End' der Welt. Gegen diesen Begriff der Unendlichkeitist natürlich die Nummer 1 so gut, wie die Nummer 93.

In all diesen vielen Höfen und Häusern, an die 5000, wohnenauch Leute. Und trotz dieser großen Zahl von Bauernfamilien finden sichdoch nur ganz wenige Namen. Immer wieder gibt es einen Schabauer,einen Hennerfeind, Völkerer, Lechner, Gruber, Holzer, Koderholt,Schandl, Spreizhofer, Notnagel, Haider oder Haiden, Trettler, Mor-genbesser, doch nur einen Ganglbauer und einen Kummerbauer. Dassind aber auch die zwei Größten. Die Eingewanderten zähle ich nichtmit, da ihre Namen mit der im allgemeinen bodenständigen Namens-gebung nichts zu tun haben. Die Häusler haben wieder andere Namen,wie Piribauer, Angeler, Krausner. Um diese vielen gleichbenannten

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