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Slawische Brautwerbungs- und Hochzeitsgebräuche
Entstehung
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dem Mahle für die Braut auf die neue Wirtschaft oder auf die Haube.Früher trug der družba zum Schlusse des Mahles die Schüssel des Ge-heimnisses" auf den Tisch. Zwei Schüsseln waren übereinandergelegt,unter denen sich Gänseeier, eine lebendige Henne oder Hühnchen fanden.Heute ist diese Sitte nur noch in der Gegend von Pardubitz bekannt,dient aber nur zur Belustigung der Gäste. Der družba steckt gewöhnlicheine Katze unter die Schüssel, welche die Neugierigen erschrickt. Nachdem Mahle trinkt der družba der Braut und der älteren družka zu, diemládenci trinken ihren družki zu. Jeder mládenec fordert bei dem Zu-trinken den Kranz von seiner družka. Die družka antwortet dem mládenec,daß es nicht gut aussehen würde, wenn seine družka keinen Kranz hätte;sie wolle sich ihn lieber behalten und ihm einen Teller dafür geben.Mancherorts übergibt die družka dem mládenec ein seidenes Tuch, in demSilber oder Gold eingewickelt ist. In der Gegend von Sobotka beginntder družba mit dem Zutrinken, hält einen Teller mit Rosmarin und langenBändern, mit Wein und einem Zweig und trinkt auf das Wohl der staro-svatka, der družki und des Brautpaares. Mancherorts tranken die mlá-denci der Braut zu und erhielten von ihr je zwei rote Äpfel. Nach demZutrinken brachte früher der družba das Bäumchen,, strom" genannt.Es war das ein trockener Zweig mit mehreren Schößlingen oder ein Stockmit Querhölzchen, die mit Zuckerzeug, Nüssen und verschiedenem Obstbehangen waren. Dieses Bäumchen war in eine Babe( Kuchen) hinein-gesteckt. Dabei wurde ein Lied gesungen von dem Sündenfall der erstenMenschen, welches Lied auch bei den Slowenen und Polen bekannt ist.Der strom" wurde auf den Tisch vor die Braut gestellt. Die Brautschüttelte ihn ein wenig, und es fiel ihr gewöhnlich eine Wiege von Zuckervon dem Baume herunter. Das übrige erhielten die Gäste. Nach demMahle geht man mit Musik und Gesang ins Wirtshaus. Der družba nimmteinen Krug Bier und eine Schüssel mit Kuchen mit. Sitzen im WirtshausLeute an den Tischen, so muß der družba mit dem mitgebrachten Bierund den Kuchen die Plätze von ihnen erkaufen. Um Mitternacht geht dieBraut, begleitet vom Bräutigam, dem družba, den družki und einigenGästen nach Hause. Hier wurde früher die Braut zum Bräutigam aufdas Lager geführt. Auf dem Wege zur Schlafkammer sang man Lieder.Vor der Kammer verabschiedete sich die Braut von den družki, die dasPaar auffordern, sich diese Nacht in Reinheit zu erhalten, damit derTeufel über sie keine Macht hätte. Der družba führte die Braut hinterdem Bräutigam in die Kammer, wo er das Paar ermahnte, einander treuzu bleiben. Dann verließ er die Kammer, und vor der verschlossenenKammertüre wurden Lieder gesungen. Am zweiten Tage versammeln sichzum Mittagessen die Gäste im Brauthause, worauf die Braut ins Bräuti-gamshaus hinübergeführt wird. Nach dem Essen setzen sich die Elternauf Stühle, das Paar kniet vor sie hin, und der družba bittet die Elternum Segen für das Paar. Nach dem Segen führt der družba die Brautzum Wagen, auf dem sie zusammen mit dem Bräutigam fährt. Die Gäste