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Slawische Brautwerbungs- und Hochzeitsgebräuche
Entstehung
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ihn Geld hineinlegen. Während des Essens singen die Frauen Lieder. DieFeier des parničnik" ist nicht so sehr verbreitet wie die des děvičnik".Nach einer Beschreibung von Šejn, die ich hier noch anführen will, gehtder, děvičnik im Gouvernement Tula folgendermaßen vor sich. Die Brautsitzt auf einer Bank auf dem obersten Platz, neben ihr die Mutter undeine verheiratete Schwester, und erwartet die Ankunft des Bräutigams.Die Schwester der Braut beweint jedesmal, wenn ein neuer Gast erscheint,den Verlust des jungfräulichen Lebens der Braut. Unterdessen singen dieMädchen, an einem weißgedeckten Tisch sitzend, Lieder. Plötzlich hörtman den Bräutigam mit seinem Gefolge kommen. Alle Zuschauer, die sichim Hausflur versammelt haben, strömen heraus, um den Bräutigam zu sehen.Die Mutter umarmt die Braut und fängt laut zu weinen an. Dasselbe tut auchdie Schwester und der Vater der Braut, der in Gedanken versunken aufeiner Bank sitzt, während die Mädchen ihre Lieder weiter erschallen lassen.Nur drei Personen von den Verwandten der Braut gehen auf den Hofhinaus, um den Bräutigam zu empfangen. Dieser ist inzwischen mit seinemGefolge bis an das geschlossene Tor des Brauthauses gelangt. Der, družko"Bräutigamsführer schlägt mit seinem Stock an das Tor und ruft:,, Hauswirt, mach uns auf! Laß uns übernachten! Wir sind durchgefroren!"Doch man öffnet ihnen nicht sofort, sondern fragt sie, wer sie seien. DieBegleiter des Bräutigams geben sich als Jäger aus. Sie seien auf der Jagdnach Mardern und schönen Mädchen und hätten gesehen, wie hier unterdem Tore ein Marder in den Hof geflohen sei. Die Verwandten der Brautentgegnen ihnen, daß sie schon lange im Hofe stünden, einen Marder abernicht gesehen hätten; sie sollten lieber bei den Nachbarn anfragen. Dochder Werber des Bräutigams besteht darauf, daß der Marder in diesemHause sei. Schließlich wollen die Verwandten der Braut den Bräutigamund sein Gefolge zum Übernachten hereinlassen, falls diese dafür etwasbezahlen. Der Werber verspricht ihnen Speise und Trank. Die Torewerden hierauf ein wenig geöffnet, und die Leute treten vom Hof vor dasTor und fordern die versprochene Bezahlung. Der Werber holt eine FlascheSchnaps und ein Glas hervor und schenkt jedem zwei Gläser ein. Jetztwird das Tor vollständig geöffnet, und der Bräutigam zieht mit seinen Be-gleitern in den Hof ein und bleibt vor der Haustüre stehen. Nur derWerber geht in das Haus hinein, um die Übernachtungsstätte zu besichtigen.Beim Betreten der Stube sieht er die versammelten Mädchen am Tischesitzen. Unwillig hierüber schlägt er mit seinem Stock auf den Tisch undruft: ,, Was ist das für ein Volk? Wo ist der Hauswirt?" Der Brautvatertritt an ihn heran und fragt ihn, was er von ihm wünsche. Wie, dufragst mich, was ich wünsche?" entgegnet der Werber, du hast uns zumÜbernachten hereingelassen, sagtest, dein Haus sei geräumig und ruhig unddabei ist es voll von Leuten." Der Brautvater antwortet ihm, er habeihm gar nichts von Geräumigkeit und Ruhe gesagt. ,, Doch wozu sollenwir miteinander streiten," fährt er fort, diese Mädchen sind ebenfallsunterwegs, und wenn ihr sie ein wenig bittet, so werden sie euch ihre