Druckschrift 
Phonographische Aufnahmen der irischen Sprache in Irland und einiger Musikinstrumente in Irland und Wales, ausgeführt von Dr. Rudolf Trebitsch im Sommer 1907 : vorgelegt in der Sitzung am 5. Februar 1908
Entstehung
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konnte ich nicht ermitteln ebenfalls gesungen von JamesSullivan. Er hat es wiederholt im Leinster- Dialekt vor-tragen gehört, daher brachte er es auch in diesem. Der Titeldes Liedes lautet: Die Männer des Westens.' Es wirdhierin auf die historischen Kämpfe der Iren gegen die Eng-länder angespielt. Schließlich folgt die Prophezeiung, daß derGeist der Freiheit in Connaught nie unterdrückt werden werde.

Aus Bemerkungen vieler Iren, mit denen ich sprach, ent-nahm ich, daß Connaught, speziell der Distrikt Connemara,zwischen Galway und Clifden gelegen, stets der Sitz vonAufständen der Iren gegen die Engländer war. Zur Zeit desDiktators Cromwell versuchten die Engländer alle aufständi-schen Iren nach Connemara, dem ärmsten Teile Irlands, zu-rückzudrängen, um auf diese Weise ein Aussterben der Iren zu be-wirken. Die Kenntnis dieser historischen Tatsache verdanke ichder liebenswürdigen Mitteilung des Geistlichen Pater Murphy inKillarney. Wexford, welches in dem Liede erwähnt wird,ist ein Ort in der Grafschaft Wexford im Südosten von Irland.

Nun ging es nach Fermoy in der Grafschaft Corkund von hier aus in 1/2 stündiger Wagenfahrt nach CastleLyons, wo ich am 26. Juli 1907 Aufnahmen mit PeterO'Leary, einem Geistlichen und bekannten irischen Schrift-steller, machte. Da es unmöglich war, in dem Dorfe irgend-eine Unterkunft für die Nacht zu finden, mußte die ganzeArbeit in einigen Stunden beendigt werden, und dann fuhrich mit meinem Wagen wieder nach Fermoy zurück. PeterO'Leary war mir von Professor Heinrich Zimmer in Über-einstimmung mit allen Sachverständigen in Irland als einerder besten Sprecher des Irischen empfohlen worden. Währendjedoch Professor Zimmer den Dialekt des so allseitig Emp-fohlenen als Ost- Munster- Irisch bezeichnete, nannte dieserselbst seine Mundart Mittel- Munster- Irisch. Peter O'Learyist 67 Jahre alt und nie von Irland weggekommen, seineMuttersprache ist Irisch. Bei ihm war gar keine der bereitserwähnten Alterserscheinungen zu bemerken, die eine phono-graphische Aufnahme gestört oder gar unmöglich gemacht hätte,umsomehr, als er den Eindruck eines höchstens Fünfzigjährigenmacht. Die Texte wurden von dem Phonographierten selbstgeschrieben und ins Englische übersetzt.