Aus dem Anzeiger der philosophisch- historischen Klasse der kaiserl. Akademieder Wissenschaften in Wien vom 5. Februar, Jahrgang 1908, Nr. V.
Nr. XII der Berichte der Phonogramm- Archivs- Kommissionder kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien.
Phonographische Aufnahmen der irischen Sprachein Irland und einiger Musikinstrumente in Irlandund Wales, ausgeführt von Dr. Rudolf Trebitschim Sommer 1907.
Von
Dr. Rudolf Trebitsch.
( Vorgelegt in der Sitzung am 5. Februar 1908.)
Nachdem ich im Sommer 1907 Irland und Wales behufsphonographischer Aufnahmen besucht hatte, erstattete ich andas Phonogramm- Archiv nachstehenden Bericht:
Als ich mich im Frühjahre des Jahres 1907 für die phono-graphischen Aufnahmen der irischen Sprache in Irland vor-bereitete, standen mir folgende Herren in dankenswerter Weise
1 Die irische Sprache hat verschiedene Beziehungen: a) Irisch, 6) Erste,eine Benennung, die hauptsächlich von den Engländern benützt wirdund die sich von dem Worte, Erin'= Irland auf Irisch ableiten soll;c) Gaelisch, besser irisches Gaelisch. Gaelisch kurzweg begreift eigent-lich auch das in Schottland gesprochene Highland- Gaelic in sich.
Die Stellung der keltischen Sprachen im allgemeinen ist in derEinleitung des Buches, A welsh Grammar for schools by E. Amwyl( Professor der keltischen Philologie an der Universität Aberrystwith inNorth- Wales) folgendermaßen gekennzeichnet: Es heißt hier, daß diekeltischen Sprachen dem indo- europäischen Sprachenstamme ange-hören und in folgende zwei Gruppen zerfallen:
1. Das Goïdelische, bestehend aus dem Erse oder irischen Gae-lisch, dem schottischen Gaelisch und dem Mannschen Gaelisch.
2. Das Brytonische, bestehend aus dem Welschen, dem Bretoni-bschen und dem Cornischen, welch letzteres bereits ausgestorben ist.
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