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Volksschauspiele aus Obersteiermark
Entstehung
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Auf grüner Auen,

Auf Gott vertrauen.

Wird wohl einmal besser werden,Wann wir werden die Schäflein scheren. 1)

Riepl.

Mein lieber Hauser, was muß lauter das sein,Daß das Hansele so eilends lauft zu unsherein?

Hansal.

Mein lieber Riepl und HauserIch muß Euch wohl a wos klagen,

Hat mir der leidige Wolf mein weißes Lamplforttragen.

Als i wohl gern bin g'rennt und sprungen,Ist mir der Wolf weit aufi 2) über die Heiden

entrunnen.")

Hauser.

Han a nachten mein' Schäflein gezählt zumal,Heut' han i a nimmer so viel an der Zahl,Hietz weiß i nit, hat mir s' gar des NachbarsLindhund dabissen')Oder hat mir s' gar der leidige Wolf zer-

rissen.

Riepl.

O, Du narrischer Hauser, der Wolf undder Hund

Ist ja allweil ein Bund.

Es reißt ja der Wolf so drat 5) als der Hund.

Hansele.

Reißt der Wolf so drat als der Hund.

Riepl.

Mein Hansal, geh' Du nur wieder zun Schafen,Der leidige Wolf möcht' sich glei' wieder

vergaffen.

( Hansal geht ab.)

Riepl.

Hietzi und Du, Hauser,

Werden wir uns legen zu der Erd,Werden sehen, was das für a Kurzweil werd,Werden lassen' s klein' Hansele wachen,Hat a klein's Köpf'l, schlaft leicht aus,Hat a klein's Köpf'l wie Du,

( Jetzt legen sie sich nieder.)

Hansal( kommt und singt).Meine Schäflein tun grasen schön immerbei mir,

Ich mein, es steht offen die himmlische Tür.Ach, wenn ich einmal in dem Himmelkönnt' sein,

Wie wollt ich schön pfeifen und lustigdrin sein.

( Jetzt weint er.)

Husch, husch, wie ist's mir heut' so kalt,War' bald erfroren in dem Wald,Und wie i aus dem Wald bin kumm',Da bin i wohl a wacker draußt g'sprung.( Springt über.)

Husch, husch, wie friert's mich nit heut'so sehr,Gar auch unter die Nasen, gar auch unternHut,

Das Halten 6) ist wohl wahrlich nit gut.Den Winter mag i weiter nimmer halten,Ich werde lassen den lieben Gott gewalten.( Springt über.)

Husch, husch, i hätt' a Lust und nahm")

mein Horn

Und tat 8) fein frisch eins daraus blasen.( Nun macht er mit dem Horn Spaß, dannweckt er die zwei andern auf.)

Riepl, Hauser auf!

Es geht schon auf die schöne Morgenröt',Der Abendstern schon weit unten steht.Riepl, Hauser, auf!

Recht lustig ist's beim Wachen.

Riepl.

Beim Wachen gibt's gar lange Nächt',Beim Schlafen viel geschwinder geht.

Hansal.

Beim Singen wohl noch viel geschwinder.

Riepl.

Man wird Dir glei' was singen.

Trag' i auf meinem Buckel den faulen Lenzen,Werd ja kein Wolf herkomm und meineSchaf angänzen!

Bin a Mann bei fünfzig Jahr alt,Wisset noch nie, daß die Sonn' hat schimmertum Mitternacht,

Das war ja nit natürla.

1) Vergl. dasselbe Lied in abweichender Fassung bei Schlossar S. 88.-

³) entronnen.

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4) erbissen.

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5) keck.

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*) Viehhüten.

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7) nähme.

2) hinauf.8) täte.

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