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siebzehnmal öffentlich aufgetreten... Der Schmied hans hat mit seinemPosthorn das Spiel angekündet... Nach geendetem Spiel wurde ge-sammelt und das Geld nahm der Rochel zu sich. Ich aber habe das-selbe aufgeschrieben und werde die Liste zu Hause haben. ¹) Wirverteilten das Geld nach Abzug einiger Auslagen und es wird einePerson 4 fl. C.-M. bekommen haben. Die Kleidungen, die wir dabeigebrauchten, habe ich hier mitgebracht, nur befindet sich noch beimSchlosser eine schwarze Kutte 2) mit einem langen Gesicht. Und beimKrautmoser eine weiße Kutte, die der dortige Knecht Paul als Adamgebraucht hat.<<
Rochus Göttfried, 40 Jahre alt, gibt in seinem Verhör. an, daß>> manchmal auch über den Tauern herüber Paradeisspieler kommen«<.
Die dem Akt beigeschlossene Antwort der StiftsherrschaftPropstei Zeiring an den Magistrat von Ober- Zeiring auf dessen An-zeige sagt im wesentlichen:» Daß Johann Klausner und seine übrigenMitspieler... zur Verantwortung gezogen, die hierzu verwendetenKleidungen, wobei drei häßliche Larven, den Tod und die Teufelnvorstellend, sich befinden, abgenommen und die Wiederholung solcherungebührlichen Vorstellungen ihnen streng untersagt wurden.<< ³)
Die Art und Weise, wie die Volksschauspiele nach dem vor-stehenden vor sechzig Jahren in der Obersteiermark aufgeführtwurden, wird sich bis zum heutigen Tag nicht wesentlich veränderthaben. Ich hatte leider nicht mehr Zeit, mich um diese Sache ein-gehender zu befragen. Was ich jedoch hierüber erfahren habe, teileich hier mit. Der vierzehnjährige Sohn des Bauern Friedrich Tschinaerzählte mir, daß er selbst schon als» Engel« im Hirtenspiel mit-gewirkt habe. Er trug hierbei ein weißes Hemd, das er über seinemGewand angezogen hatte und das mit einem goldenen Gürtel überden Hüften festgehalten wurde. Um den Kopf hatte er über denAugen einen goldenen Reifen und in der Hand einen langen goldenenStab, mit dem er beim Auftritt und Abgang das Zeichen gab, indemer damit auf den Boden stieß. Am schönsten im Spiel seien dieHirten mit ihren Kniehosen, dem Steirerhütel und dem Gamsbartoder der Spielhahnfeder darauf. Und gelacht wird halt auch toll( tüchtig), wenn sie ihre Spässe machen. So erzählte mir der vifeBursche munter. Betrübten Tones setzte er dann fort:» Heutzutagfreilich geht's mit dem Spielen nicht mehr so leicht. Der Spielführermuß das Spiel, das aufgeführt werden soll, an die Bezirkshauptmann-schaft einreichen und von dort geht's gar an die Statthalterei nachGraz. Dort wird dann oft so viel vom Stück gestrichen, das man's
1) Die Liste liegt dem Akt bei und weist bei Einnahmen von 1 fl. 42 kr. bis 11 fl.50 kr., für alle 17 Vorstellungen zusammen 124 fl. 54. kr. C.-M. auf.
2) Kostüm eines der drei Teufel.
3) Aus den Verhörsprotokollen geht hervor, daß auch das„ Paradeisbuch" und dieaus demselben abgeschriebenen Rollen eingezogen wurden.