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geben, deren Stoff aus dem Alten und Neuen Testament genommenist. Da derlei Darstellungen nach den bestehenden Gesetzen unter-sagt sind, weil der Begriff von dem Wert und Sinn der biblischenGeschichte durch dieselben, besonders bei dem Landvolke und derJugend, verwirrt und die Religion herabgewürdigt wird, so stelltman das diensthöfliche Ersuchen, die hierin verfangenen dortigenIndividuen... zur Verantwortung zu ziehen und denselben zur Be-seitigung der Wiederholung solcher Vorstellungen die Intervenierunghierbei auf das Eindringlichste zu untersagen.« Als einer der Mit-spieler wird in dieser Anzeige der in Möderbrück in Arbeit stehendeHammerschmiedgeselle Johann Klausner genannt. In der Zeit vom4. bis 22. Februar 1845 werden Klausner und seine Spielgenossendurch die Stiftsherrschaft Propstei Zeiring dieses Delikts wegen ein-gehend verhört und aus den genau geführten Verhörsprotokollen, diealle dem Akt beiliegen, entnehme ich folgende auf die Aufführungeines Volksschauspieles in der damaligen Zeit bezughabende Äuße-
rungen:
Johann Klausner, 23 Jahre alt, gibt in seinem Verhör unteranderem zu Protokoll:» Ich, mein Kamerad Blodinger und derSchustergeselle Anton waren Teufeln, der Zistlschneidergesell Josefwar Gottsohn, ¹) der Schneider in der Krautmoserkeusche war Gott-vater und der Krautmoserknecht Leonhard war auch Gottsohn ¹) undder Paul war Adam, der Schnopperbub war Engel, der Schulmeister-Karl mußte geigen bei den Gesängen, der Rochel war wilder Schäfer,die Schlossertochter Sabina war Eva und Schäferin und die Walburgawar Schlange... Wenn wir eine Vorstellung gaben, so gingen wirwechselweise in die Häuser und haben in denselben den Ort, wogespielt wird, bekanntgemacht. Wir haben abwechselnd manchmalbeim Tag, manchmal bei der Nacht gespielt... Theater hatten wirkeines, weil wir frei im Zimmer spielten... Gewöhnlich dauertenunsere Vorstellungen anderthalb Stunden, alsdann wir nach Hausegegangen sind.<<
Der Schneidergeselle Johann Kurz, 26 Jahre alt, macht folgendeAussagen:» Am Pfingstmontag vorigen Jahres kaufte ich vom Maier-schneidersohn Josef mehrere Kleidungen, den Säbel und das Paradeis-buch, aus welchem ich die Rollen für jeden Mitspieler heraus-geschrieben habe. Die übrigen noch abgängigen Kleidungen habeich mit Beihilfe der übrigen Mitspieler selbst gemacht... Gespieltwurde das sogenannte Paradeis- und Schäferspiel, wie es in demBuche vorkömmt, dann nach diesem ein Lustspiel, was nicht imBuche vorkömmt und was wir bloß aus unsern Kopf gemacht haben.Wir haben früher einigemal beim Schlosser Proben gemacht undsind dann vor Weihnachten vorigen Jahres bis zum Faschingsonntag1) Der eine im Paradeisspiel, der andere als guter Hirte" im anschließendenSchäferspiel.