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antwortete mir der Besitzer des Hauses, daß er selbst noch voreinigen Jahren in dem Stücke als Darsteller mitgewirkt habe. Ob dennsolche Spiele auch jetzt noch in der Gegend aufgeführt werden?» O ja,« meinte der Bauer,» ab und zu noch: das Paradeisspiel, dasReichen Prasser- Spiel, das Spiel vom geduldigen Job, das Schäferspielund noch andere.<< Ob es nicht möglich wäre, solche Spielewenigstens zur Abschrift zu erhalten?- Auch dies, meinte der Be-fragte, könnte schon sein, wenn man sich an den oder jenen wendenwollte. Das seien» Spielführer« und müßten mehrere» Komödien«<sicher besitzen. Gegen das Versprechen, dem Bauern eine Photo-graphie seines Hauses senden zu wollen, ging das Spielbuch, das ichin der Hand hielt, in meinen Besitz über. Ein zweites Spiel ver-kaufte mir der Sohn Alois des Bauern Friedrich Tschina, vulgo Vastlin Marbach, Gemeinde St. Lorenzen ob Murau, um K 2.
Der Grundstock zur Sammlung war durch die Erwerbung derbeiden ersten Spiele somit unschwer gelegt worden. Nun stellten sichaber die Schwierigkeiten ein. Der heutige Bauer des Alpenlandeshat, wenn er nicht noch aus der alten Schule ist, dank den Segnungendes idealen österreichischen Volksschulgesetzes einen freien Blickund sein Entgegentreten dem Fremden gegenüber ist kein miẞ-trauisches oder zugeknöpftes mehr. Anders steht es beim armenund in gedrückten Verhältnissen lebenden Keuschler( Kleinhäusler),beim Taglöhner und beim Bauernknecht, aus welchen Kreisen sichdie Darsteller und Besitzer der Bauernschauspiele zumeist zusammen-setzen. Ich konnte in der Erwerbung weiterer Spiele auf keinen grünenZweig kommen. Das Mißtrauen, welches die Besitzer der Spiele denihnen Unbekannten entgegenbrachten, schloß jeden Erfolg aus. Dazukam noch, daß der Tag meiner Abreise heranrückte. In meiner Notkam mir Herr Dr. med. Hubert Steiner, Distriktsarzt in Murau, ineiner Weise zu Hilfe, für die ich ihm nicht genug danken kann.Er wollte es sich auf meine Bitte hin angelegen sein lassen, mir alldie Spiele, die in der Gegend zur Aufführung kommen, zur Abschriftzu beschaffen. Herr Dr. Steiner hat in schönster Art Wort gehalten,und es gereicht mir zur besonderen Freude, es an dieser Stelle aus-zusprechen, daß ihm in erster Linie das Verdienst des Zustande-kommens der vorliegenden Sammlung von Volksschauspielen zu-gesprochen werden muß und daß er sich unverwelkliche Lorbeern durchseine Bemühungen im Interesse der Volkskunde erworben hat. Wasich an Spielen seiner gütigen Vermittlung zu verdanken habe, sollnachstehend festgestellt werden.
Mittlerweile war ein Bericht noch aus Murau an den Redakteurder Zeitschrift für österreichische Volkskunde und Direktor desMuseums für österreichische Volkskunde, Herrn Dr. M. Haberlandt,über meine Funde und die in Aussicht gestellten Ergänzungen der-selben mit der Anfrage abgegangen, ob Herr Dr. Haberlandt mir zur