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Rezente Pfahlbauten von Donja Dolina in Bosnien
Entstehung
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interessantesten ist jedoch das Schloß mit einem Holzschlüssel: einnatürlich gekrümmter und an dem kürzeren Ende flach zu-geschnittener Ast, einem eisernen Sperrhaken ähnlich( 23 cm lang),welcher, von außen durch ein Loch gesteckt, mit seiner scharfenSpitze in die Einkerbungen des Riegels greift und durch dessenUmdrehung der Riegel seitwärtsgeschoben werden kann. Einige Tür-schlösser bringe ich in Tafel III, Figuren 1-3, 5-7.

Ähnliche Vorrichtungen sind auch auf der rückwärtigen Türezu sehen.

Vor jeder Eingangstüre befindet sich ein» trijem«( Vorder-terrasse), beziehungsweise» tremić«( Hinterterrasse). Jene Häuser,welche nur eine Türe auf der einen Schmalseite besitzen, habeneinen Trijem, der so breit ist wie das Haus selbst. Beiläufig kannman seine Längen- und Breitenverhältnisse wie 3: 2 setzen.

Mit der Einführung der zwei Eingänge wurden auch zweiTrijem erforderlich. Der große Trijem vor der Haupttür ist viel um-fangreicher als der rückwärtige Tremić, auch>> mali trijem«( kleiner Trijem) genannt. Er ist gewöhnlich so lang als derFeuerherdraum selbst und sehr oft auch ebenso breit. Der rück-wärtige ist mitunter gleichfalls ziemlich groß, namentlich wennhinter dem Hause noch eine oder zwei» zgrade«( Nebengebäude)stehen, sonst hat er in den meisten Fällen dieselbe Länge wie derTrijem, beziehungsweise der Feuerherdraum. Sehr oft besteht er auchaus nur wenigen einfach gelegten Brettern. Die Trijems ruhengleichfalls auf Pfählen, 6 bis 9 Stück in 2 oder 3 Reihen, je nachder Größe angeordnet; auf diese werden Kopfschwellen und daraufdickere Bretter der Länge nach gelegt. Obwohl die Trijems für einePfahlbaubevölkerung von großer Bedeutung sind, weil sie den Verkehrmit den anderen Nebengebäuden vermitteln und gerade während derÜberschwemmungen unentbehrlich sind, da man mit den Kähnenhier anlegt, und weil sie im Sommer ein beliebter Aufenthaltsortsowohl für Hausbewohner als auch für die zu Besuche kommendenNachbarn sind, so wird ihnen trotzdem keine allzu große Sorgfaltzugewendet. Die Bretter sind hie und da mit Holznägeln befestigt,zumeist werden sie jedoch bloß hingelegt. Die Trijems liegen in dergleichen Höhe mit dem Fußboden des Hauses, von dem sie nur durchden überaus hohen Fußtritt getrennt sind. Aus der ersten Bauperiodesah ich keinen einzigen Trijem, der eine Umsäumung gehabt hätteoder gedeckt gewesen wäre, sie sind selbst in der nächstfolgendenBauperiode mitunter vollkommen frei. Nur sieht man manchmal ander Vorderseite des Trijem zwei Gabelhölzer, welche über diesenbis zur Brusthöhe reichen, in den Boden eingesteckt und darübereine Querstange gelegt, hauptsächlich, um daran Bettzeug undanderes in der Sonne aufzuhängen.( Vergl. Taf. X, Fig. 3.) Sonderbarklingt eine Nachricht über diese Vorrichtung: Während großer