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Rezente Pfahlbauten von Donja Dolina in Bosnien
Entstehung
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nur an der Sonne getrocknet sind und bei der ersten Überflutungsogleich zerfallen würden. Gebrannte Ziegel müßten weither umteuresGeld beschafft werden, und so ist auch heute noch das praktischesteBaumaterial für Dolina das Holz, das allen Unbilden, von welchendiese Gegenden heimgesucht werden, Widerstand leistet. Deswegendürfte es am Platze sein, daß ich an dieser Stelle einige Bemerkungenüber die verschiedenen Holzgattungen bringe, welche in Dolina vor-kommen und im Hausbau sowie sonsthin in der Wirtschaft ebendaeine Rolle spielen.

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Die beliebteste Holzgattung ist begreiflicherweise die Eiche( Quercus Robur L.» hrast«), welche in dieser Gegend noch vor kurzerZeit große Flächen bedeckte, aber infolge der Mißwirtschaft heuteungeheuer abgenommen hat. Baumstämme unter 10 cm Stärkewerden für Latten und für Gefäßreifen, solche zwischen 10 und 20 cmzum Spalten der Latten und für Dachsparren, für dünnere Balken,Heu- und Strohschoberstangen verwendet. Für Pfähle und Balkennimmt man Baumstämme von 20 cm bis zu 1 m Stärke, aus nochstärkeren Stämmen bis zu 1.50 m werden Faẞdauben und Bretter ge-spalten, eventuell auch kleinere Kähne hergestellt. Für die großenKähne( Einbäume) und Mühlschiffe an der Save werden die größtenBäume ausgesucht.

Die Eiche spielt aber auch sonst in der Wirtschaft eine nam-hafte Rolle. Um die Zeit St. Michael werden die Eicheln gesammelt,als Winterfutter für Schweine. Was im Walde davon zurückbleibt,dient den Wildenten, Wildgänsen und anderen Tieren zur Nahrung.Zwischen Maria Himmelfahrt und Maria Geburt sammelt man auchGalläpfel(» šišarice«), welche für Industriezwecke um den Preis von4 bis 8 Kreuzer per Oka( 114 kg) verkauft werden. Früher soll die>> šišarica«<( im inneren Bosnien» šiška« genannt) noch teurer( bis zu12 Kreuzer) gewesen sein.

Eine Erscheinung darf ich hier nicht unerwähnt lassen. Nichtselten sieht man, wie die Hirten sowohl an jüngeren Eichenstämmen( von 40 bis 50 cm Durchmessser; als auch Ahornstämmen im Frühjahrgrößere Einschnitte machen. In diesen sammelt sich der dicke Saft,welcher für die Hirten ob seiner Süßigkeit einen Leckerbissen bildetund mit Brot gegessen wird; noch lieber wird er mit Schilfröhrchengeschlürft.

Nach der Eiche bildet die Esche( Fraxinus excelsior L.» jasen<<)den hauptsächlichsten Bestandteil der Wälder, doch wird diese Holz-gattung wegen ihrer Kurzlebigkeit, wie es bei der Bevölkerung heißt,im Hausbau als Material nur dort verwendet, wo sie nicht zu starkder Witterung ausgesetzt ist. Hauptsächlich aber dient die Esche fürverschiedene Hausgerätschaften: Sehr junge Stämme nimmt man fürReifen und Flechtwerk, Stämme von 10 bis 90 cm Stärke spaltetman für verschiedene Bestandteile der Webstühle, für Ruder- und