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bei eventuellen Verfolgungen von Seite der Türken auf ihren schlankenKähnen, die sich von den prähistorischen nicht im geringstenunterscheiden( Fig. 4), auf der Save Rettung finden. Erst viel späterwagten einzelne Bewohner auch das nahe Hinterland aufzusuchen,um sich dort niederzulassen.
Aus Bosnien stammend nenne ich folgende Familien: Petrovići( heute nur zweiFamilien in D. Dolina); sie sollen aus Majdan bei Varcar- Vakuf stammen und erreichtenihren gegenwärtigen Wohnort in Etappen; die Šokići sind zum Teil aus Bukovica nächstBanjaluka, die Lagundžije aus Trna bei Banjaluka, die Tutići aus Ivanjska; auch derJakarić und Kičići sind aus Bosnien. Die angesiedelten Bosnier werden heute noch, brdjani"( Bergbewohner) genannt. Die umgebende Natur eines Flachlandes hat nochimmer nicht vermocht, den Bergvolk charakter der„ brdjani" zu ändern, wir begegnendementsprechend namentlich bei der älteren Bevölkerung kräftigen robusten Gestaltenmit eckigen Formen. Infolge der Mischung mit den Bewohnern des Flachlandes weidenallerdings die„ brdjani" jene Formen annehmen, die ihrem neuen Milieu entsprechen;tatsächlich treten schon bei manchen Vertretern der jüngeren Generation stärkere Misch-formen in somatischer und psychologischer Hinsicht zutage.
Von Jenseits"( Slawonien) sind zu nennen: Die Kneževići( eine heute ziemlichstark verbreitete Familie) stammen aus Vrblje, die Budići aus Dolina, die Musići, Osulić,Terzić, Kalizan und die sehr verzweigte Familie Kovačević 1) und die Linarta( Linhardt)und viele andere stammen gleichfalls aus Slawonien, ohne jedoch näheres darüberangeben zu können. So viel über die Herkunft der katholischen Bevölkerung von Dolina..Die serbisch- orientalische Glossar ::: zum Glossareintrag orientalische Bevölkerung stammt angeblich zum großen Teil aus denBezirken Prnjavor und Banjaluka in Bosnien.
Türken gab es nie als Ansiedler in dieser Gegend, wohl aber gehörte der Grundzwei sehr angesehenen türkischen Familien aus Bosnisch- Gradiška, die ihn an die obge-nannten christlichen Einwohner, wie wir aus dem später zu besprechenden Vertragersehen werden, verpachteten.
Die obigen Nachrichten über die Herkunft der Bevölkerung Dolinas erscheinenmir glaubwürdig, wenn auch vielleicht manches nicht ganz zutreffen mag. Noch mehrLicht verschafft uns in dieser Hinsicht die Geschichte der Besiedlung der bosnischenPosavina vom Jahre 1718-39, welche Dr. Gustav Bodenstein im„ Glasnik zem. muzeja", 1907,S. 155-190, 359-390 und 375-618 nach den im Archiv des k. u. k. gemein-samen Finanzministeriums Wien, Abteilung„ Ungarn", im Faszikel 14.916 befindlichenOriginalaufzeichnungen veröffentlicht hat. Diese Akten enthalten, wie Bodenstein hervor-hebt, wertvolle Daten über das damalige Bosnien und beschreiben die Grenzen jenesTeiles, welcher damals unter kaiserlicher Herrschaft stand. Einzelne Dörfer sind näherbehandelt, so daß wir ein ziemlich treues Bild von ihrer Größe, ihren orographischenund hydrographischen Verhältnissen erhalten. Auch topographische Einzelheiten undhistorische Nachrichten über die Lage der zerstörten türkischen Besiedlungen, Städte undWachtürme(, kule") werden erwähnt.
Besonders genau ist die Beschreibung hinsichtlich der kulturellen Fähigkeit desBodens. Es wird genau zwischen Wald-, Acker-, Wiesen- und Sumpfboden unterschiedenund auch jener Teile speziell Erwähnung getan, welche mehr oder weniger Über-schwemmungen der Save ausgesetzt sind.
Auf die Beschreibung jedes einzelnen Praediums folgt eine eigene Zusammen-stellung( tabellarische Übersicht), in welcher die Besitzer der Liegenschaft, ihr Besitztumund ihr Einkommen aufgezählt werden, was nicht nur in ethnographischer, sondern auchökonomischer Hinsicht für die Geschichte der Posavina von größter Bedeutung ist.
1) Nach Erzählungen des Anto Kovačević, meines Begleiters, stammt seine Familie
aus Dalmatien und hat sich angeblich vor 80 Jahren hier angesiedelt.