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gang zu gestatten. Das war damals und das ist auch heute noch dereinzige Grund für die Errichtung von Pfahlbauten. PrähistorischePfahlbauanlagen dürften sich auf der ganzen Linie längs der Save,wo sie auch gegenwärtig auftreten, befunden haben, denn es wärekaum denkbar, daß dieser überaus fruchtbare Teil des Landes nichtdamals schon besiedelt gewesen war, wenn auch nicht in einem soausgedehnten Maße wie heute. Ich habe wenigstens auf beiden Ufernder Save von Dolina bis Bosnisch- Brod an einigen Stellen Reste vonalten Pfahlbauanlagen konstatieren können.( Vergl. Fig. 1.)
Auch die prähistorische Ansiedlung von Dolina, diese blühendeKolonie und scheinbar ein wichtiger Handelsknoten punkt, scheint dasgleiche Schicksal ereilt zu haben wie jene von Ripač, denn sie hörtmit einemmal auf. Wahrscheinlich fielen beide Ansiedlungen einergroßen Feuersbrunst zum Opfer. Nach den Funden setzen wir dieAnsiedlung von Dolina in das 6. bis 3. Jahrhundert v. Chr.
Die Lücke zwischen dieser Zeit und der Gegenwart ist, wasDolina betrifft, ganz in Finsternis gehüllt. Allerdings haben wir einsehr weit entferntes Denkmal aus einer viel späteren Zeit, nämlichAnfang des 2. Jahrhundertes n. Chr. und das ist die Trajansäule inder Dobrudscha( Adamklissi). Auf dem langen Reliefbande sind unteranderem auch dakische Pfahlbaudörfer dargestellt. Jedenfalls ist eineKontinuität in der Bauweise, wenn auch teilweise, bis zum heutigenTage in den Inundationsgebieten im Stromgebiete der Donau mehr alswahrscheinlich sie sind doch ein Produkt der sie umgebenden Natur.
Ueber die gegenwärtigen Pfahlbauansiedlungen aus Bosnienwurde bisher so viel wie gar nichts veröffentlicht. Professor DoktorRudolf Meringer¹) hat das bosnische Haus ausführlich behandelt,allein die Pfahlbauten, von denen er einige Abbildungen aus Bosnisch-Brod bringt, nur mit wenigen Worten erwähnt.²)
I. Topographisch- historischer Teil.
Der nördliche Teil Bosniens, welcher durch den Savefluß begrenztwird, ist eben, bildet teilweise die Fortsetzung der ungarisch-slawonischen Niederung und greift ziemlich tief in das Land hinein.Ein großer Teil dieser Niederung wird jährlich von den Hochflutender Save heimgesucht, und so auch die Umgebung von Dolina, undzwar in einer ziemlich großen Ausdehnung. Die beiliegende Karte( Fig. 2) zeigt uns den Teil des durch das Hochwasser vom Jahre 1885
1) Sitzungsberichte der Akademie, Wien 1901, CXLIV. Fig. 30 und 31. Mitt. d.Anthr. Ges. Wien, XXXIV( 1904). Abb. 17.- Wissenschaftliche Mitteilungen aus Bosnienund der Herzegowina, VII.
2) Über Pfahlbauten aus Kroatien hat Kata Jajnčerova im„ Zbornik", Agram 1898berichtet. Noch früher hat Friedrich S. Krauß in Wien in einer kurzen Mitteilung überHäuser auf Pfählen aus den Save- und Drauniederungen( Vergl. Verhandlungen d. Berl.Ges. f. Anthr. 1887, S. 668) erzählt. Mit Recht bemerkt Meringer( Sitzungsberichte derAkademie, S. 33), daß der Aufsatz mit Vorsicht zu benützen ist.