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aber zur besseren Orientierung des Lesers in einzelnen Fällen auch den StandpunktVierkandts berücksichtigen. Zum genauen Verständnis will ich noch erwähnen,daß Vierkandt in der Weltanschauung des Menschen drei Stadien unterscheidet:1. Das Stadium der Kräfte wie ich es nennen will, in dem sich der Menschalle Dinge, auch Abstracta, im Besitze bestimmter Kräfte vorstellt. Analog dazu istdie Aufstellung einer Naturkraft in früherer, der Ära der mechanistischen Welt-auffassung vorangehender Zeit. 2. Das Stadium des Anthropomorphismus, indem alles mit dem Menschen in Zusammenhang gebracht wird. 3. Das Stadium desAnimismus, in dem bereits ein Seelenglaube existiert.
4. Der periodische Ablauf biologischer Erscheinungen, wie ihnSwoboda¹) in Wien und Fließ2) in Berlin für einzelne Fälle im geistigen undkörperlichen Leben des Menschen behauptet haben.
5. Suggestion und Autosuggestion.
6. Die Verkennung natürlicher Vorgänge.
7. Auffallende Erscheinungen in der Natur.
In den meisten Fällen, die von mir behandelt werden sollen, kommen wir behufsErklärung der Vorkommnisse mit diesen sieben Momenten aus. Allerdings bedarfes noch häufig außerdem des Gesetzes der Verallgemeinerung, wie ich esnennen möchte, um viele hieher gehörige Dinge zu motivieren. Wenn wir nämlichauch finden, daß irgend ein Objekt in einer bestimmten, uns erklärlichen Weise ineinem Falle angewendet wird, so wüßten wir uns häufig andere Gebrauchsweisendes gleichen Objekts nicht zu erklären. Da hilft dann nur die Annahme, daß dieVolksseele die Wirkung des Objekts in einem bestimmten Falle beobachtet hat unddaraus schließt, es müsse sich auch in diesem oder jenem Falle oder sogar in allenFällen die gewünschte Wirkung einstellen. So deutet man unschwer das alltäglichzu beobachtende Verhalten des Volkes einem bestimmten Heilmittel gegenüber oderauch den Wunsch nach einer Panacee. Dieses Moment ist es also, das ich mit demAusdrucke„ Gesetz der Verallgemeinerung" belegen möchte.
Nicht selten sehen wir auch, daß zwei oder mehrere Verfahren, dereneines wir mittels unserer psychologischen Motive erklären könnten, miteinander zueinem einzigen verschmolzen werden. In diesem Falle haben wir es mit dem zutun, was ich als„ Gesetz der Verquickung" bezeichnen will.
In der mir als Leitfaden dienenden Schrift behandelt St. die St. GallischeLandschaft des Zürich- Sees. In dieser Gegend wurde das Christentum nachAngabe des Verfassers erst im 7. Jahrhundert nach Christi Geburt eingeführt undbegegnete heftigem Widerstande. Erst im 8. Jahrhundert konnte es festen Fuß fassen.Vielleicht haben sich deshalb gerade hier alte Traditionen sehr gut erhalten und lebendarum in Volksmedizin und Aberglauben fort. Wenn ich im weiteren Verlaufe derAbhandlung von der Schweiz kurzweg spreche, so meine ich immer dieses Gebiet.Die Einteilung, die St. für unser Thema gibt, paẞt wohl für alle Völker,darum möchte ich sie, wenn auch mit einigen Modifikationen, hier anführen:Die angewendeten Gebräuche zerfallen in:
A. Defensives Verfahren:
a) Schutz vor Krankheit und Tod usw. und anderem Unglück;b) Heilung von Krankheiten;
c) Schutz des persönlichen Eigentums.
1) H. Swoboda, Die Perioden des menschlichen Organismus. Leipzig und Wien 1904.
2) W. Fließ, Der Ablauf des Lebens. Leipzig und Wien 1906.
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