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habe. Dafür dürfte der Beweis wohl sehr schwer zu erbringen sein. Daß im Anschluß hieran derHausrat: Bett, Tisch-, Stuhl, EB- und Trinkgerätschaften und schließlich auch derHerd und die Beleuchtungsvorrichtungen besprochen werden, finde ich sehr richtig.Von anderer Seite erfahren wir über diese Dinge zumeist nur Unvollkommenes und im Anschluß anWaffen und Werkzeuge Tracht und Schmuck erklärt Heilborn aus denselben Entstehungs-ursachen wie andere Forscher, nur betont er noch den Wunsch des Naturmenschen, mit seiner Jagd-beute zu paradieren, als eines der treibenden Momente in dieser Frage, was mir ganz zutreffenderscheint. Die Schmucknarben dahin zu deuten, daß sie auf den Stolz über im Kampfe erworbeneWundmale zurückgehen, dürfte auch richtiger sein als andere Erklärungsversuche. Nur vermisse ichin diesem Kapitel die Einteilung der Tracht in boreale, subtropische und tropische( nach Gerland), die, meines Erachtens, noch unübertroffen dasteht. Rinden- und Bastkleidungwerden sehr anschaulich behandelt. Viel Wissenswertes erfahren wir über Waffen. Ob aber dieErfindung der Axt auf eine durch natürliche Vorgänge durchbohrte Muschel zurückgeht, wieHeilborn meint, möchte ich dahingestellt sein lassen; kennen wir doch bei Naturvölkern Glossar ::: zum Glossareintrag Naturvölkern noch mehrereandere Schäftungsarten außer der Durchlochung! Richtig mag es sein, daß die Erfindung desSchwertes nicht, wie vielfach geäußert wird, auf das Eisenzeitalter zurückgehen muß, daja Südseevölker Holzschwerter besitzen. So könnte man mit Heilborn diese Waffeaus der Keule ableiten. Das Blasrohr bringt der Autor mit dem Vorhandensein von hohen Gras-arten in Zusammenhang. Wenig einleuchtend erscheint mir die Behauptung des Verfassers, daß derSchwirrpfeil die Aufmerksamkeit des Jagdtieres erregen soll; ich glaube vielmehr, daß dabei derGedanke zugrunde liegen mag, das Wild vor Schrecken zu lähmen, damit es dann leichter ein Opferdes Jägers werde. Aber nicht nur die Angriffs-, sondern auch die Schutzwaffen finden hiereine eingehende Würdigung. Mancherlei Neues erfahren wir unter der Überschrift„ Handwerk".Die Töpferei wird in sehr lichtvoller Weise besprochen und ihre Methoden in eine so schöneEinteilung gebracht, wie ich sie noch nirgends vorgefunden habe. Heilborn unterscheidet für dieHerstellung von Gefäßen: 1. das Eindrücken einer Vertiefung in einenTonklumpen, 2. das Treiben des Tons mit einem hölzernen Schlägel undder entgegenarbeitenden Hand, 3. den Aufbau des Gefäßes aus einzelnenTonlappen, 4. aus einzelnen Tonwülsten, 5. in Erdlöchern und 6. in Hohl-formen. Ebenso übersichtlich und gründlich ist die Darstellung der Gerberei und des Schmiede-handwerkes. Vom Handel teilt uns der Autor unter anderem mit, daß wohl der ursprünglichsteGütererwerb Raub war. Wir können mit Heilborn annehmen, daß der stumme Tausch-handel und andere Formen des Güterverkehres Reminiszenzen an diesenUrsprung in sich bergen. Zwanglos kann man die Entstehung des Geldes mit unseremVerfasser in der Weise begreifen, daß es dann aufkommen mußte, wann der Handelsmann beimKäufer kein ihm passend erscheinendes Tauschobjekt vorfand. Da konnte wohl nur ein allgemeingültiger Wertmesser aus der Verlegenheit helfen. Sehr gut ist dem Forscher auch die Aufzählungder verschiedenen Geldarten gelungen. Die bei manchen Völkern an Stelle von Schuld-scheinen üblichen Kerbhölzer hier anzugliedern, ist auch sehr zweckentsprechend. Wenn Heil-born bei Besprechung der Verkehrsmittel den Wagen als aus der Walze entstandenerklärt, so erscheint mir dies bedeutend ungezwungener als die Deutungsversuche anderer Autoren,wie sie uns beispielsweise Schurtz') bringt. Hingegen halte ich es für fraglich, ob die Pfeiler-brücke aus Stauwerken für die Fischerei hervorgegangen sein kann, wie der Verfasser meint; da möchteich doch lieber, wie andere Forscher, den den Fluß zufällig überquerenden Baumstamm als Vorbildannehmen. Auf allzu großen Umwegen wird auch die Entstehung des Floßes abgeleitet. Da brauchenwir sicherlich nur an die Zusammenfügung mehrerer Baumstämme zu denken. Wenn Heilbornglaubt, daß der Einbaum das einzige prähistorische Schiffsfahrzeug war, so möchte ich Pöchs²)Äußerung als die wahrscheinlich richtigere dagegen anführen:„ Bevor man Baumstämmeaushöhlen und in beliebiger Länge zuschneiden konnte, war die Zeit derFlöße". Sohin haben wir allen Grund, mit Pöch das Vorkommen dieser Form im Paläolithikumvor Auftreten der Einbäume anzunehmen. Ferner möchte der Referent vorschlagen, seinen Ausdruck³)1) Dr. Heinrich Schurtz, Urgeschichte der Kultur. Leipzig und Wien, Biblio-graphisches Institut, 1900, S. 456, 457.2) R. Pöch, Ein Tasmanierschädel im k. k. naturhistorischen Hofmuseum.Die anthropologische und ethnographische Stellung der Tasmanier, in den,, Mitteilungen der Anthrop. Ges". in Wien, XXXXVI. Bd., 1. bis 3. Heft, Wien 1916, S. 82.3) Dr. Rudolf Trebitsch, Fellboote und Schwimmsäcke und ihre geographischeVerbreitung in der Vergangenheit und Gegenwart Archiv f. Anthropologie, N. F.,Bd. 11, Heft 3, Braunschweig 1912.
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