Einfassung des vorderen Hemdschlitzes; zuweilen wird überdies auch noch deruntere Rand der Ärmel oder des Hemdes selbst mit ganz einfachen Einzelmotiven
besetzt.
In einzelnen ruthenischen Dörfern zeigt das Arbeitshemd nur rechts und links desBrustschlitzes je drei oder vier symmetrisch zueinander gestellte größere Einzelorna-mente( siehe Tafel 56, 57, 61), während alle übrige Stickerei fehlt.
Die Ärmel bleiben bei diesen Alltagshemden stets in ihrer ganzen Weite offen, umbei der Arbeit nicht zu behindern. Die huzulischen Arbeitshemden haben nur auf demAchselstück eine zumeist einfarbige Stickerei in mehreren übereinander liegendenStreifen und stets zusammengezogene Ärmel.
In manchen Gegenden sind auch die Männerhemden bunt oder weifz bestickt, soinsbesondere bei den Huzulen, doch findet man dies auch bei den Rumänen dessüdlichen gebirgigen Teiles und vereinzelt im Flachlande. Diese Stickerei wird inschmalen Streifen auf dem Kragen( guler- szupak) und den Schultern, ferner alsEinfassung des Brustschlitzes sowie des unteren Randes der Hemdärmel und desHemdes selbst ausgeführt( Figur 13).
Anstatt dieser Stickerei werden bei den huzulischen Männerhemden an den genanntenStellen oft auch schmälere oder breitere Durchbruchstreifen angeordnet( Figur 14).
DAS KOPFTUCH.
Als ein weiteres Bekleidungsstück, welches die Bäuerin mit Stickerei verziert, istdas Kopftuch( stergar- rucznyk) zu nennen.
Schon in der Herstellung desselben auf dem Webstuhl besitzen die Bäuerinneneine großze Kunstfertigkeit, indem sie dabei die mannigfachsten Musterungen, welchesich mitunter recht plastisch von dem glatten Untergrund abheben, hervorzubringenverstehen. Diese Tücher werden nun in manchen Gegenden, so insbesondere in Dornaund Umgebung, an den beiden Enden in einem Streifen oder in mehreren horizontalenoder schrägen Reihen übereinander, mit bunter Ornamentik, vielfach beiderseitsgleich gearbeitet, versehen. Beispiele hiervon zeigen die Tafeln: 1: 7, 8, 14; 2: 1, 2, 3,sowie Figur 15.
Zu erwähnen ist, daß diese Tücher außer ihrer eigentlichen Bestimmung, alsKopfbedeckung zu dienen, vielfach auch dazu benutzt werden, die Rahmen derHeiligenbilder im Hause und in der Kirche zu umfassen; etwas kürzere derartigeTücher, zumeist jedoch nur mit gewebten bunten Streifen an beiden Enden versehen,werden in den südlichen Gegenden auch zur Umfassung der Fensteröffnungen inder Wohnstube benutzt.
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DIE ,, NAFRAMA— SZYRYNKA“.
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Mit bunter Stickerei versehen wird schließlich auch noch die sogenannte„, na-frama szyrynka", ein quadratisches Tüchlein aus Leinwand in Form unsererTaschentücher von 50 bis 60 cm Länge und Breite, in dessen vier Ecken irgendeingeometrisches oder auch stilisiertes Pflanzenornament angeordnet und dessen Saummit bunten Wollfäden eingefaßt wird; dieses Tuch wird dann derart zusammen-gefaltet, daß die vier Ecken ganz nahe aneinanderstofzen, geheftet und die Eckenmit bunten Wollquasten versehen( Figur 16, und die Muster Tafel 28: 20, 22, 38: 30, 34,42: 24, 43: 1, 3, 27, 31 und andere).
Ein derartiges Tuch muf jedes Mädchen ihrem Bräutigam zum Geschenk machenund derselbe trägt es bei der Hochzeitsfeierlichkeit im Gürtel; es dient auch dazu,besonders hervorragenden Persönlichkeiten, die dem Dorfe oder Hause einen Besuchabstatten, bei der Begrüfung, der alten Sitte gemäß, darauf Brot und Salz zu überreichen.Auch an der Wand unterhalb der Heiligenbilder werden derartige Tücher hie undda als Zierat angebracht.
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