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Heañzische Kinderreime
Entstehung
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Kinderreime und Kindersprüche aus der Iglauer Sprachinsel.

Unser Knecht hasst Hansl,

Zwei sollen mich wecken,

37

A Reiter will er wer'n.

Er hat ja kane Rössla,

Er kann noch kaner wer'n.

Mutter spann zwa Kätzla ein,Führ's dem Hansl als Rössla ein,Hansl itzt kannst reiten,

A Reiter kannst scho wer'n. 1)

In Gottes Namen geh' ich schlafen,Vierzehn Engel sollen mich bewachen,Zwei zu meiner Rechten,Zwei zu meiner Linken,Zwei zu meinen Häupten,Zwei zu meinen Füssen,Zwei sollen mich decken,

Zwei sollen meine Seele bewahren,Dass ich kann glücklich in Himmel fahren.

( Mit Variationen überall verbreitet. Eslernte dieses Schlummerlied, das eigentlich einGebet ist, bereits der Humanist Agricola,geboren 1492, in seiner Jugend.)

In mein Bett tritt ich,Gott den Herrn bitt ich,

Dass er mir drei Engel verleiht.Der erste, der mich weist,Der zweite, der mich speist,Der dritte, der mich bewahrt,Dass mir diese ganze NachtNichts Böses widerfahrt.

Wiegenlieder.

( Zur Gliederbezeichnung.)

Das ist der Daumen,Das ist der Zeigefinger,Das ist der Mittelfinger.Das ist der Goldfinger,Das ist der Arschbohrer. 2)

Das ist der Daumen,

Der schüttelt die Pflaumen,

Der klaubt sie auf,

Der trägt sie zu Haus,Der isst sie z'samm'.

Das ist der Hochaltar( Stirn),

Das sind zwei Leuchterlein( Augen),Das sind zwei Polsterlein( Wangen),Da geht der Pfarrer hinein( Mund),Da kommt er hinaus und macht gling,

Es geht ein MauserlAusserm Hauserl,

gling( Nase).

Wo will es rasten?

Im Katherl sei Kasten( Brust).

Der spaltet Holz,

Der trägt ein,Der kocht,

Der schmalzt,

Der frisst Alles weg.

Rühri, rühri,

Rühr' an Brei,

Gib a Stückl Butter drei.Dem a bissl, dem a bissl,Der kriegt nix,Der versteckt sich. 3)

( Die Mutter rührt dabei auf dem flachenHändchen des Kindes mit dem Zeigefinger.Das kleine Fingerchen sucht sie am Schlusseunter dem Aermel zu verstecken, wodurchdas Kind zum Lachen gebracht wird.)

1) Aehnliche Wiegenlieder, die die Ausrüstung des Bübleins als Reiter schildern,kommen auch anderwärts vor. In Niederösterreich wird ähnlich:" Unser Bua der Veitl"und in der Schweiz: Unser Bruder Melcher" ausgerüstet. Vergl. Moses, Ztschr. f. österr.Volkskunde III, S. 179 ff.

2) Den derben Ausdruck scheuen selbst die Mütter nicht. Die Fingerbezeichnungist im Italienischen folgende: Pollice, indice, medio, anolare ed il mignolo.

3) Im Czechischen heisst es ähnlich:

Vařila myška kašičku

Na zeleném randlíčku;

Komu dala,

Tomu dala,

Ten malinký nic nedostal.

Proto tak malinkým zůstal.

( Die Maus hat Gasch gekochtAuf einem grünen Reindl( Terrine),Wem sie es gab, dem gab sie es,Der Kleine( Finger) erhielt nichts,Drum blieb er so klein.)