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Ostergebäcke : eine vergleichende Studie der Gebildbrote zur Osterzeit
Entstehung
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in den Methäusern, wo sich die Gäste mit rautenförmigen kleinenHonigkuchenfleckchen» Schifferl« bewerfen, ein fruchtbar machenderWunsch- Brauch, der an das Überschütten der Braut mit Körner-früchten( nuces projicere, Konfettiwerfen) erinnert.

Im deutschen Teile des Böhmerwaldes wurde früher am weißenSonntag zur Jausenzeit die ganze Hausgenossenschaft mit süßer Milchund Semmeln( Weißbrot) bewirtet, damit sie alle später vor demlästigen Beißen der Mücken bei der Heuarbeit beschützt waren( vergl. oben die flöhevertreibende Wirkung der wendischen Honig-brote). Im Allgäu wurden früher( 1700) die Hirten am weißen Sonntagin der Fasten gedingt und ihnen» weiße«< Brocken in süßer Milchaufgesetzt( Herrn Kurats Frank gefällige Mitteilung) als eine Art vonSaisonbrot, das dort aber nicht österlich, sondern ein Fastenzeit-,also Frühlingsgebäck war.

In Stralsund ist eine Abgabe von» weißem Brot« üblich, das dieRolle eines schönen, leckeren Festbrotes hat, das aber auch sonst dieelbischen Geister gerne haben. Der Lüneburger Hinzelmann schlürfttäglich eine Schüssel voll Milch mit Weißbrot( Meyer, Myth. d. G., 218),auch die Krankheitsdämonen und Quälgeister werden mit Weißbrotbehandelt. 1392 erhielten die Siechen( Armen) im Spital zu Dinkels-

bühl am weißen Sonntag ebenfalls solche weiße» Schönbrote«( vond

Steichele, Bistum Augsburg, III, 302). An anderen Orten Schwabenswaren österliche Eierkuchen( siehe oben) üblich; im Westfälischenheißt der Tag deshalb auch Pannekauken- Sundag wegen der Pfannen-kuchen( Woeste 1. c. 194).

In Erfurt ist an diesem weißen Sonntag die sogenannte»> PetersKirmse«( Kirchweih des früheren Klosters auf dem Petersberge),bei welcher die schon oben erwähnten ringförmigen Windbeutel( Ringe) üblich sind als verspätete Fasten brezeln aus windigem,lockerem Teige. In der Pfalz erhalten die sogenannten Nacht-mahlkinder, welche zum erstenmal kommunizieren, am weißenSonntag nach Ostern von ihren Eltern einen kleinen, formlich viel-leicht bedeutungslosen Rundkuchen, auch Guglhupf genannt, wie inFrankfurt auch, mit Milch; dazu sechs gefärbte Ostereier in ein> weißes<< Tuch gehüllt( Grünenwald, 1. c. 38); überhaupt spielt derGuglhupf um diese Zeit in und um Frankfurt eine gewisse Rolle.

Das am Sonntag der Thomaswoche( weißer Sonntag der West-europäer) geweihte Brot ist bei den Russen ein fieberabwehrendesMittel( Yermoloff, 166). Die auf den weißen Sonntag folgende Woche ist bei den Russen die Thomaswoche, neue Wocheoder Geleitwoche. Am ersten Sonntag derselben feiert das russischeVolk ein Frühlingsfest, die Krassnaja Gorka( wegen der roten Bestrah-lung des nächsten Berges durch die neue Sonne, deren neues Geleiteauch begossen wird, daher auch Begießtag[ Politki] genannt).

Zeitschrift für österr. Volkskunde, XII. Suppl. H. IV.

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