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Ostergebäcke : eine vergleichende Studie der Gebildbrote zur Osterzeit
Entstehung
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auferstehenden Lebens dahinter suchen( vergl. was Blau in der Z. f. ö.V. K., 1902, S. 225, sagt:» Das Landvolk weiß blutwenig von Natur-symbolik«; ich kann das in bezug auf den Osterbrauch nur bestätigen).In der Oster- oder Frühlingszeit hat man eben aus wirtschaftlichenGründen das Eiopfer bevorzugen müssen; denn sehr wahrscheinlich istdas Ei= pars pro toto; wie die Milch( Quark, Käse) das volle Kuhopfervertrat, so konnte auch an die Stelle des ursprünglich lebenden Opfer-huhnes ehemals das Ei getreten sein, dessen angesammelter Vorratdann im Frühjahr ebenso verwertet wurde wie der Honig vorrat imWinter. Noch vor kurzem, berichtet Rochholz, II, 168, wurde in denDörfern des Fricktales im Aargau am Ostertage, nachdem das Weih-wasser für das neue Kirchenjah frisch eingesegnet war, durch denSigrist die Schwelle der Häuser mit diesem sogenannten Ostertaufbespritzt, wofür der Kirchendiener von jeder Haushaltung einen Laib( Spritz-) Brot und zwei Ostereier erhalten hatte; jetzt geschieht dasnur privatim. Diese dem Sigrist( Mesner) gezinsten Ostereier sind andie Stelle jener Ostereier getreten, die man ursprünglich in den Neu-bau selbst vergrub, um dessen Dauer dadurch zu sichern. Noch kommtes vor, daß man in ein vom Strom bedrohtes Ufer Eier vergräbt. Alsman ein Loch in das Gemäuer der Kirchspielskirche zu Iserlohnbrach, fand man ein eingemauertes Ei; beim Abbrechen eines Wald-hauses zu Altenhagen fanden sich im Fundament des SchornsteinesEierschalen( Liebrecht, Z. V. K, 295; Schweiz. Id., II, 268; Pfannen-schmid, Weihw. 112). Heute noch bilden im Isarwinkel Eier ein Opferbeim Neubau eines Hauses. Hier trat wohl überall das Ei an dieStelle des Huhnopfers*)( Lippert, Christent, II, 323; Z. f. ö. V. K.1901, 21; Urquell I, 32, 50, III, 1892, 233, IX, 230, V, 157, 158; Friedreich,Symbol., 567). In alemanischen Gräbern- Jahresberichte d. histor. Ver-eines Dillingen 1890-1900 nach gütiger Mittlg. d. Herren O. A. RichterWeber fand man an Stelle des Leichenhuhnes Eierschalen, ebensoin bajuwarischen Gräbern( Beitr. z. Anthrop. Bayerns, XV, 102). DerSeelenhahn war das Opfer an die die Fruchtbarkeit beeinflussendenSeelengeister. Wenn der Bauer in die erste oder letzte Garbe einOsterei einbindet( Mannhardt, Waldkult, I, 237), so erhält eben derVegetationsdämon, der in dieser Garbe steckt, sein Opfer, mit dessenDarbringung derselbe versöhnt und für die nächstjährige Ernte günstiggestimmt werden soll, man steckt auch das Kindsfußgebäck( Frucht-barkeitssymbol) hinein; diese Gebräuche sollen Beispiele der Stell-vertretung des Seelenhuhnes durch das Ei sein. Der österliche Ei-vorrat wird( von den Kindern draußen im Felde nach dem altenKinderbrauche) in der Osterzeit gesucht und gesammelt und da unddort gleich zum» Eiertatsch«(» Eier im Schmalz«<) verkocht, wasauch früher der zünftige» Tatschenbäcker« auf flachen Blechpfannen*) Vergl. den Saatkuchen bei Hammarstedt: Såkaka och Gullhōnna, 27 ff., wo dasEier brütende Huhn das Saathuhn vorstellt.

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