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eyerkuchle panis crocatus; Diefenbach, I, 326, 409.) In der Schweizversteht man unter» Kuchen« überhaupt nur den Eierkuchen. Vordem 15. Jahrhundert ist der» Eierkuchen« nicht nachweisbar, wenn erauch sachlich weit älter sein muß; meist ist es ein fladenartig dünner,stark eihaltiger Pfannkuchen, der auch oft mit anderen Ingredienzien,Grünkraut zum Beispiel, gemengt ist; manch solche Eierkuchen sindstark aufgelaufen durch das Backen auf der Pfanne( 1756 aufgeloffen,Schw. Id., III, 1130). In Berlin ist Eierkuchen= Omelette, Frittate,*)Pfannkuchen; im Anhaltischen ist Eierkuchen ein den Waffeln ähn-liches, sehr dünnes Gebäck; in Jena Spritzgebackenes( Univ. Lexikonder Kochkunst, I, 226); in Erfurt gibt es in der Osterzeit, sobald esfrischen Eivorrat gibt, fladenförmige und 70 cm lange, 48 cm breiteEierkuchen. In der» Eigentlichen Beschreibung aller Stände aufErden«( 1574) sagt der Bäcker in seinem Kramladen:» Zu mir' rein,wer hat Hungersnot! Ich hab gut Weitz- und Rücken-( Roggen-) Brot.Aus Korn, Weitzen und Kern ge) backen, Gesaltze( gewürzt) rechtmit allen sachen; Ein recht gewicht, das recht wohl schmeck,Semmeln, Bretzn, Laub, Spuln und Weck, Dergleichen Fladen und Eyer-kuchen, Thut man zu Ostern bey mir suchen.<< Der Zusatz der alsbesonders kräftigend angesehenen Ostereier zum kuchenförmig raschgebackenen Mehlbrei machte natürlich auch den österlichen Eier-kuchen zu einem volksmedizinischen Mittel überhaupt und dannauch weiterhin zum Vehikel für andere Medikamente. In Tirol er-hielten ihn die Leprosen oder Aussätzigen( Mones Z., I, 14) undsonstige Kranke als Kräftigungsmittel( auch am Silvestertage). In derOberpfalz verwendet man gegen den Frierer( Fieber) den Harn desFiebernden( materia peccans), den man in einen Eierkuchen verbackt;der Kranke muß ihn dann hinterwärts ins Wasser werfen, wo sichFische aufhalten, die den Kuchen mit dem Fieberstoff auffressen( Schönwerth, O.- Pfalz, 38, 2); die Luiterwallen in Flandern lassen denKranken auf einen Eierkuchen pissen und so die Materia peccansdurch einen Hund verschlucken; wenn der Hund stirbt, so ist derKranke wieder gesund hergestellt( De Cock, Volks- Genees Kunde, 199).In Frankreich wird die sogenannte Hundsrose( Cynoglossum) persignaturam rerum gegen die Hundswut als Bestandteil des Eier-kuchens verwendet( l. eod., 318, 320). Die große volksübliche Ver-breitung und Verwendung des Eierkuchens und wohl auch seinhohes Alter( das allerdings nicht literarisch belegt ist) erhellen auchdaraus, daß der Eierkuchen in der Sage auftritt; er wird von denelbischen Zwergen selbst gebacken; ein Plateau im Badischen, aufdem zur Adventzeit nach der Volkssage der Hexensabbat gefeiertwird, heißt dort» Eierkuchen«( Meyer, Bad. V. L, 556), vielleichtwachsen dort auch sogenannte Dotterblumen? Die Verwendung des*) Fricatum 15. Jahrh. eyerkuch; 1440 eygerkůch; 15. Jahrh. altsächs. eyger-koke, Diefenbach, I, 247.
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