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deutsche Festbrote( Neujahr, Weihnachten etc.) auch an das Gesindeund an Pfründner verteilt. Im Schwäbischen Schöneberg bei Rottweilbestand sogar eine alte Osterfladenstiftung, von der jeder, der wollte,etwas bekam( Birlinger, Aus Schwaben, Sitten, II, 73). In derAugsburger Pfründeordnung( 1543) steht:» Die Gült- ayr sollen all-wegen zu Osterfladen damit gebachen und jedem Pfründtner einStuck von einem Fladen geben werden.« Die Verbindung derOstereier mit den Ostergebäcken haben wir schon oben besprochen.In Oberbayern war der» Osterfladen« ein Geschenk nicht nur desKlosterpropstes an seine Konventsbrüder, sondern auch an die e- haftenBader, die im Kloster zu tun hatten( Germania, IX, 199; Schmeller,II, 19), in Verbindung mit» Geweihtem«( s. o.) und mit Eiern; in derSchweiz war dieses Geschenk auch ein mit einem Gehäcke vonfrischen grünen Frühlingskräutern belegter Krautkuchen( SchweizerId., I, 581). Im 16. Jahrhundert erhielt der Gemeindehirte zu Döllnitzbei Leichtenberg( Opferpfalz) zu Ostern( gleichsam zum Segen derFruchtbarkeit der ihm anvertrauten Herde) von jedem Hause zweiAntlaẞeier( s. o.) und einen fünf Heller werten eiergelben Osterfladen.
In der Schloßkapelle der Hallburg( Gerolzhofen in Unterfranken)fand früher die Weihe des Osterfladens statt; zwei Bursche trugenauf einer aus Stangen gefertigten Tragbahre am Ostertag nach-mittags zwei Fladen, mitten in der Doppelreihe der sogenanntenFladenprozession einherschreitend, nach Hause, wo die Flurwallerdiese mitgebrachten Osterfladen verzehrten; es scheint sich um eineRekognitionsgebühr von seite des Burgherrn gehandelt zu haben;denn um dieser österlichen Fladenabgabe willen sollen die Sippenvon Sommerach und Nordheim dereinst dem Besitzer der Hallburgdie Schafweide auf ihren Sippenfluren( Herdegemarkungen) ein-geräumt haben( Deutsche Gaue, V, Heft 87/88, S. 80.)
Das Baseler Kochbuch( 1756) bezeichnet den» Osterfladen« alseine Brottorte aus Ei( Osterei), Rahm und Butter, belegt mit ge-backenen( Oster-?) Brotschnitten( Schweizer Id., I, 1168); v. Germershausen( Die Hausmutter, 2, I, 188, 190) schrieb 1782:»> In denmeisten( sächsischen) Dörfern ist es gebräuchlich, daß in Ostern( undPfingsten) auch den Hirten des Dorfes( Mohn- und Quarkfladen)Kuchen gegeben werden.<< Diese seltene Verbindung der Hirten-spende mit dem Mohn ist bemerkenswert; es deutet dieselbe vielleichtauf ein älteres Seelenopfer vor dem Weidetriebe; doch ist der Mohngerade auf Ostern eine sehr seltene Gewürzbeigabe; es wird wahr-scheinlich eine gleiche Ursache vorgelegen haben wie bei der späterzu erwähnenden märkischen Präbende. W. Menzel( Symbolik, 180)gibt 1854 an, daß man vormals» Osterfladen« auf Berge trug, umsie bei Sonnenaufgang zu verzehren; er gibt aber weder den Ortnoch das Volk an, wo dieses gebräuchlich war. Als Kaiser Otto 962zu Pavia das Osterfest beging, brach einer seines Gefolges, des