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katholisch- römischen und griechischen Ländern findet diese Weihungdes Osterbrotes und Osterfleisches noch statt; in Süddeutschlandheißt es: Gesegnetes( 1563), Oster Gesegnetes( 15. Jahrh.)( Bierlinger,Aus Schwaben, II, 74). An Stelle des einen von der ganzen Sippegeopferten Osterlammes in natura traten mit der Zeit die darbringendeneinzelnen Teile in Körben, die die einzelnen Haushaltungen zurkirchlichen Osterweihe tragen lassen, wobei das Osterbrot, Salz,Meerrettich,*) Ei nicht fehlen darf. Solch geweihtes Brot wurde nunselbstverständlich auch wegen der österlichen Taufe am Karsamstag
zu
einem Taufpatengeschenke» Godenbrot«,» Götenbrot«,» Gôdl-brot«;( 1495)» ein gels musli von milch oder wyss von einem götti-prot gemacht( Schweizer Id., II, 291),( Gote, Göt Döt, Doat);( 15. Jahrh.:Goettin, goettibrot acrismus acrizymus, Diefenbach, II, 7; I, 10;Schmeller, I, 963; Schoepf, Tirol, Idiotikon, 201); es scheint da unddort nicht oder nur sehr wenig gesäuert gewesen zu sein; als einsolches bonum paniculum( Pumpernickel) erscheint es auch in derOsterzeit in Oberfranken, wo es ein Lebkuchen aus Honig undRoggenmehl ist( Bavaria, III, 1, 36).« Im Sprichwort der Pfälzer heißtes:» Wo es Mode ist, da segnet man auch den Pumpernickel in derKirche.<<
An anderen Orten, zum Beispiel am Hunsrück( Fürstentum Birken-feld), erhält das Kind von seinem Taufpaten auf Ostern zwei Ostereierund ein kleines Roggenbrötchen( Rundstück) zugeschickt, wogegender Überbringer wieder ein Stück Kuchen und ein Ei zurückerhält( Pfarrer Wolff †). Ein gegenseitiges allgemeines Beschenken, wie esin der Julzeit bei den germanischen Völkern, vermutlich nachrömischem Vorbilde, üblich war, finden wir sonst auf Ostern daselbstnicht mehr; es scheint sich überhaupt nur um Taufpatengeschenkegehandelt zu haben, wenn von solchen österlichen Beschenkungendie Rede war, da Ostern die Haupttaufzeit früher war.
Ein österliches Patengeschenk ist auch die Lausitzer» Paten-semmel«<, ein 17 cm im Durchmesser haltender nicht besonders hoherOsterfladen, der mehr der Laibleinform sich nähert und oberflächlichrautenförmig geschrüppt ist( siehe Abbildung 32). Solche Patengeschenkeder christlichen Ostertaufzeit haben sich auch als Brauch auf andereFesttage übertragen. Das Osterbrot der Schüler in den christ-lichen Klöstern am Schlusse des alten Semesters und beim Beginnedes neuen Schuljahres war unter anderem der Marzipan, derpanis marcialis, das Märzbrot der Römer, ein bei diesen aus ergotin-freiem Mehle frisch hergestelltes Neujahrsgebäck, das in verbesserter,mehlfreier Form heute zum alltäglichen Feingebäcke geworden ist.Wir haben über dieses Gebäck bereits in» Egerland«( 1904, Nr. 3,
*) Was man sich vor dem Genusse des Osterkrens wünschend denkt, das gehtnach oberbayerischen Volksglauben in Erfüllung. Wer bei Verirrung im Walde an dasEssen der Ostereier denkt, findet den rechten Weg wieder( Böhmerwald).