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Osterbrot übertragen wurde). Auch in Böhmen iẞt man, um sichkugelfest zu machen, einen Mehlkuchen, der wie das Tiroler>> Lampl-brot« bereitet ist( Wuttke ³,§ 475).
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Die Farbe des Osterbrotes ist sehr häufig, wie schonerwähnt, durch den das Eigelb des Ostereies markierenden Safran-( auch Ingwer- oder armenischer Bolus-) Zusatz auffallend gelb odergelbrot, von welcher Farbe auch die schlesischen» Gal Brutla<<( Gelb-brötelein) der Osterzeit ihren Namen haben panis crocatus.Bruyer, Compegius 423, führte schon 1560 an:» Nostrates( Süd-franzosen) quibusdam( panibus) crocum adjiciunt gustatuque non in-suaves sentiuntur.« Beim Schmackostern im Erzgebirge, das heißt beimfrühjährlichen Schlagen mit der Lebensrute( Weidengerte) kaufensich die Mädchen durch einen Osterfladen oder durch ein safran-gelbes Osterbrot von dieser erotischen Sitte los( Mannhardt,Waldkult, I, 263). Dieses Osterbrot mag allerdings an verschiedenenOrten auch verschiedene Formen zeigen. Daß der Safran als gelbeGebäcksfarbe den Sonnenschein versinnbildlichen soll( Rochholz, I. c.,II, 269), ist gewiß unrichtig.
Wir haben nunmehr schon öfter der kirchlichen Weihedes Osterbrotes Erwähnung getan. Alle diese Osterspeisen,welche heute zur kirchlichen Weihe getragen werden, heißen>> Ge-weihtes« oder» Gesegnetes«. Im Augsburger Papistenbuch des 16. und17. Jahrhunderts( Birlinger, Aus Schwaben, I, 161) heißt es:» Volgtzu Morgen der Ostertag, da weihet man den Anbiẞ kram: Fladen,Kese, Gehektz auf den Altar und schicken die Freund einander desGeweihten oder Fladens.<<
Im Kloster Tegernsee erhielt jeder am Konventtische Eßendeein Stück geweihtes Fleisch mit etwas von dem Propstfladen oderOsterfladen( Germania, IX, 199). Auch der griechisch- orthodoxe Russekennt das» Geweihte«( Sswatschenoje) auf Ostern; es beruht dieösterliche Besegnung der Speisen auf einem vom Judentum über-nommenen christlich- kirchlichen Ritus, der sich aber nur auf dasjüdische, das heißt österliche Neujahr beschränkt; diese kirchlicheSpeisensegnung erinnert wieder etwas an die Tabula fortunae, diewir auf Weihnachten und Neujahr als einen vermutlich von denRömern übernommenen Brauch der Deutschen und Nordgermanenkennen gelernt haben. Bei den Huzulen in den Ostkarpathen wirdneben Ostereiern und Rauchfleisch( Opfertier) auch das Osterbrot( paska) von den einzelnen Haushaltungen in Körben zur kirchlichenWeihe gebracht, aus denen der Kirchendiener für sich einige kleinereKuchen( perepiczka) mit einigen Ostereiern in seinen Sack einsammelt( Z. f. 8. V. K, 1902, 244). Bei dem nationalen Osterfrühstück inSt. Petersburg dürfen geronnene Milch und geweihte Osterbrote( kulitschi) nicht fehlen; erstere schlägt man fest zusammen und stelltsie in großen Pyramiden geformt( vergl. den Julhaug in Z. f. ö. V. K.,