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Ostern ein lebendes Osterlamm mit den übrigen Österspeisen in derKirche geweiht. Auch in der dem Kloster Benediktbeuern gehörigenJachenau wurde bis 1854 ein Osterwidder, mit vergoldeten Hörnernund Buchszweigen geziert, nach der kirchlichen Weihe von denGemeindemitgliedern verzehrt( F. Dann, Bausteine, I., 224). An manchenOrten in Österreichisch- Schlesien wurde auf Ostern ein Lamm ge-braten und gemeinsam verzehrt( Vernaleken 302). Selbstverständlichkonnte an Stelle des Osterlammes auch ein anderes Tier( zum BeispielHase) oder eine Naturalleistung gezinst werden( zum Beispiel Honig,Wein, Spelt? Heyne, l. c. II., 181, oder bei den Slawen auch ein Tuch,paltema, paltena, siehe Beiträge zur Anthrop. Bayerns, XVI, 14).
Was früher gemeinsam geweiht und verzehrt worden war, dasließ sich später der einzelne Hausstand in Körben zur kirchlichen Weihegebracht zu Hause schmecken. Die mit dem Ostersonntag verbundenenvegetabilischen Speisen( 15. Jahrhundert Paschahkost, Paschespeise), dasheißt die Kultgebäcke des Ostertages sind: 1. Der an anderengermanischen heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Festtagen( Neujahr, Jul, Martini, Michaeli etc.)übliche Hirse brei, das uralte Seelenopfer, fehlt am Ostertage desjüdischen Christentums auf germanischem Boden ganz; wenn eswirklich ein germanisches Osterfest gegeben hätte, so würde er gewißin der Speiseordnung des Volkes am Ostertage nicht fehlen, da ersehr hartnäckig an hohen germanischen Festtagen erscheint. Die aufOstern übliche Eiersuppe( 1782» Ostersuppe« Sachsen), die gelbeSauermilchsuppe(» schwedische Suppe«), welche aus Bier mit Semmel-brocken, Eigelb und Milch abgerührt besteht, ist kein Breisubstitut,sondern eine Variation der österlichen Eierspeise, die heute oft nurdurch Safran markiert wird, zum Beispiel in Oberbayern durchsafrangelbe Fadennudelsuppe. Uber die Bedeutung des Ostereieswerden wir noch sprechen. Im heutigen Rom wird das Ostermahlmit obligater Eiersuppe, einem Osterfladen, von dem die ganzeFamilie acht Tage lang leben kann und mit einem gerösteten Zickleingesegnet( Scheible, 1. c. VII, 901).
2. Das Osterlaibl, ein kleiner Brotlaib, der im böhmischenAngel- und Elbtal, Österreich, Bayern und Elsaß üblich ist, wird inDeutschböhmen jedem Dienstboten am Ostertag zum festlichenLammsbraten gegeben( Z. f. ö. V. K. 1902, 226; Vernaleken, Mythenund Bräuche im Volke Österr., 301; Elsässer Wörterb., I, 543; Lippert,Christentum, 679; Rochholz in Illustr. Ztg. 1868, 250).
3. Das meist kirchlich geweihte und meist auch weißmehlige, weizeneOsterbrot( engl.: easterbread; dän.: paaskebrød) führt verschiedeneNamen und Formen; auch ist es im 14. Jahrhundert meist noch ungesäuertnach jüdisch- biblischem Vorbilde; vielfach sind es Fladen( siehe Ab-bildungen 23, 27, 32, 41, 42, 48, 73–76, 78–88) mit tiefen rautenförmigenEinkerbungen( Prickelungen), welche sicher nur Verzierungen in desFladens runder Kreisform sind und auch die süße Honigauflage besser