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Ostergebäcke : eine vergleichende Studie der Gebildbrote zur Osterzeit
Entstehung
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( stuopha Stift) abstellte, die daselbst bis dahin unter folgendem Namenentrichtet worden war: der Osterbock für die Taufe des erstenKindes( vermutlich damals in der Osterzeit), hircus paschalis proprimo infante baptizando( Simrock, Myth., 407*). Allein dieses derKirche gezinste Tier wurde zugleich auch kirchlich geschlachtet.<<( Rochholz in Illustr. Ztg. 1868, Nr. 1293.) Von dem geweihten Oster-lammfleische sollte man im Schwäbischen genießen, um für allerleiMenschen- und Viehkrankheiten, die durch Zauberei veranlaßt sind,zu helfen( Birlinger, I. c. I, 428); ebenso sollte man dieses Fleisch,wie in Oberbayern der Kalbskopf gegen Kälberseuchen im Kamine,so auf Ostern gegen das gelegte Malefiz ober der Haus- oder Stall-türe einmachen. Aus dem Ganzen erhellt aber, daß weder das Oster-lamm noch der Osterbock ein Vegetationsdämon sein konnte,sondern ein nach jüdisch- biblischem Vorbilde von der Kircheeingeführtes rituelles Opfer in der Osterzeit, das durch das Oster-lamm**) sogar auf Aderlaßschüsseln***) ausgedrückt wird( BozenerVolkskunde- Museum). Wenn man am Ostersonntag in die aufgehendeSonne schaut, so sieht man in der Scheibe der Sonne das Osterlammspringen( Knoop, Posener Sagenbuch, S. 327). Bei den Polen sieht manam Karsamstag ein Lamm mit einer Fahne in den Strahlen der Sonnesich baden. Im Kreise Kempen ist am Ostertage zweimal ein Lammin der Sonne zu sehen, bei Sonnenaufgang ist es ein weißes, beiSonnenuntergang ein blaues( I. eod.). Ich halte diesen Zug für eineÜbertragung des Weihnachtsglaubens. Auch auf Weihnachten( Neujahr) sieht man den Himmel offen und zeigt man das goldeneSchweinchen als Sonnenreflex an der Wand. Dem heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnischen>> Mundus patet« wird der christliche offene Himmel gegenübergestellt.An Stelle des Osterlammes( Osterbraten, Paschahbraten) trat derOsterwidder, der Osterbock( Kitz), hircus paschalis, Osterochse( Birlinger C. c. II., 81, 82; Wuttke,§ 425), Osterstier, Osterkalb, Kalbs-kopf etc. Daß es sich bei dieser Schlachtung um eine kultusähnlicheHandlung handelte, belehrt uns der Ausdruck» Oster- Sax«<, Osteropfer-messer( Simrock, Handb. d. Mytholog. 4 377). Nach gefälliger Mitteilungdes Herrn Pfarrers Ghedina in Steinberg wird in Rauris( Tirol) auf*) Auch im Allgäu wurde für den Osterbock für das erste Kind, das zu Osternzur Taufe kam, Geld geopfert( Reiser, 1. c. II, 235).

**) Aus den Knöcheln des zu Ostern geschlachteten Osterlammes machte man 1657Kinderspielwürfel( Alem. Kinderlieder, 447). Die Würfel erinnern an das Losen beimheidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Kultopfer( Augurium).

***) Vergl. auch Rochholz in Illustr. Ztg. 1868, S. 250; Schweizer Idiotikon, III,1271. Der Osteraderlaß hatte, wie jeder zeitlich fixierte Aderlas, sein Lätizl".

) Wenn am Harz in das Osterfeuer früher ein Bockshorn geworfen wurde, so kanndies( nach Mannhardt, Feldkult, 2, 179) der verbrannte Getreide- oder Korndämongewesen sein( also dann kein Bocksopfer), das gleiche gilt vielleicht auch vom Eich-hörnchen, das in Köln ins Osterfeuer geworfen wurde( Wolf, Beitr. I., 74; Liebrechtz. V. K., 260).