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Ostergebäcke : eine vergleichende Studie der Gebildbrote zur Osterzeit
Entstehung
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Allgem. Ztg. 1904, Nr. 93). Im Böhmischen gibt es gebackenenKitzlbraten mit frisch- grünem Rapunzel( oder Nüßl-) Salat schon amKarsamstag( John, Sitten, 65). Im Mittelalter fand ebenso wie bei dengriechischen auch bei den römischen Katholiken eine Benedictioovorum paschalium, agni paschalis quorumcumque comestibiliumstatt:» ne daemones aliquid potestatis sibi in eo usurpare possint«<( Pfannenschmid, Weihwasser, 142), welche sich sicher auf ehemalsheidnische Glossar ::: zum Glossareintrag heidnische( wenn auch nicht germanische) Gebräuche bezog, die vonder christlichen Kirche durch ihre Weihen patronisiert wurden.

» Walafried Strabo( de reb. eccl. 18) und ein handschriftlichesRheinauer Rituale aus dem 12. Jahrhundert schreiben dem Meßpriestervor, das am Osterfeste in die Kirche geführte Lamm mit Weihwasserund unter einer Gebetformel einzusegnen, in welcher es heißt:» SegneGott dieses Fleisch, das wir in Deinen Ehren genießen wollen.<< Daherwar es im alten Siechenhause zu St. Jakob bei Basel bis zurReformationszeit Sitte, daß dem Geistlichen, wenn er hier zu Osternden Gottesdienst abhielt, nach beendeter Messe ein Lamm im Wirts-haus zugerichtet ward( Basler Neujahrsblatt 1833, 22). Es war dieszwar ein Notversuch, das( germanisch- heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnische) Bocksopfer zu ver-kleiden in der Form des jüdisch- christlichen Paschahlammes; jedocher miẞlang und die Kirche selbst berichtet es, wie oft der altsinnlichePaganismus die ihm zu enge Form des christlichen Mysteriums wiederdurchbrach. Der im 13. Jahrhundert zu Heisterbach bei Bonn lebendeMönch Cansarius erzählt einen solchen, in dortiger Gegend von ihmselbst erlebten Fall, wie das Landvolk zu Kirchherten einen bänder-geschmückten Osterwidder wie ein Götzenbild auf einer Bühnefeierlich ausstellte, umtanzte, dem besten Tänzer zum Preise schenkte,um ihn dann in Gemeinschaft zu verschmausen. Vergebens hatte derherbeigeeilte Priester abgemahnt und mit allen Heimsuchungengedroht; erst nachdem ein plötzlicher Hagelschlag erfolgte, zerstreute.sich die Masse.«( Rochholz in Illustr. Ztg. 1868, Nr. 1293, S. 250.)Der Osterfrischling war schon in ahd. Zeit eine Stift- oderherkömmliche Zinsabgabe an die Klöster. Ahd. österstuopha in melle siveinpaltenis persolvenda( Grimm, DM II, 651, III, 131, Quitzmann 131); zu: stuopha, verglags.: stofunstipes( stips).( Steinmayer, ahd. Gl., II, 597.)

» Der bekehrte Germane war verpflichtet, unter den an die Orts-kirche zu leistenden Gefällen das Osterlamm zu zinsen; dies war einhalbjähriger, aufgefütterter Hammel, Schaffrischling genannt, der denWert zweier anderer Lämmer hatte und zum Entgelt für den kirchlichverabreichten Osterwein entrichtet wurde. Dies besagen die Laures-heimer Urkunden: ad osterstopha friskingam ouinam und nochhäufiger erwähnen die Monumenta boica dieser kirchlich gezinstenfriskingae, ostar- und grasfriskingae. Derlei hat nun mancherortenausnahmsweise sich solange fortbehalten, daß zu Schillingen bei Triererst das Visitationsprotokoll vom Jahre 1712 eine kirchliche Abgabe