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auf germanischem Boden nur am Neujahrs- und Weihnachtsfeste undsonstigen Neujahrstagen nachweisbar sind; denn während der Oster-frühmesse kann man dort im hinteren Winkel den Hausgeist( Domovoj)schauen, und am Osterdienstag,» dem Osterfeste der Toten«<, gehendiese zum erstenmal im Jahre auf die Erde herunter( die anderenzwei Tage sind die Zeit der Getreideblüte und der Tag der VerklärungChristi). In der zweiten Woche nach Ostern, sogenannte Thomas-woche( s. u.), atmen die verstorbenen Eltern Wärme aus dem Grabeund am Montag dieser Thomaswoche besuchen die Kleinrussen dieGräber( Yermoloff, 161, 165, 166). Bei den Germanen findet sich dieserTotenkult in der Frühjahrszeit an dem Totensonntag in der schonvorausgegangenen Fastenzeit. Im deutschen Volke fehlt aber auchdas Auftreten der wilden Jagd auf Ostern( mit Ausnahme von Steier-mark, welche Ausnahme nicht dagegen spricht). Im Oldenburgischengehen Seelen als sogenannte Widergänger um( Wuttke ³§ 83) undin der Osternacht kann man auf Kreuz- oder Totenwegen den Teufelbeschwören( l. c.§ 384), in Sachsen erscheint das Bergmännlein aufdem Hochwalde( Sächs. Sagenbuch, 195); solche Sagen finden sichaber auch an anderen deutschen Neujahrstagen und sind sicher nurÜbertragungen auf die Osterzeit.
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Die Opfertiere der Osterzeit sind hauptsächlich nachbiblischem, das heißt jüdischem Vorbilde das Lamm und das Zicklein( Kitz). Der schon in ahd. Zeit( ostarfriskinga*) auftretende Oster-frischling war eine kirchliche Zinsabgabe, deren die Klöster bedurften.
Der griechische Patriarch Nerses( † 1175) beschreibt ein Osterlammopfer, das diegriechischen Christen nach jüdischem Vorbilde noch lange schlachteten. Der Priestersegnet das( Dämonen vertreibende) Salz mit dem Zeichen des Kreuzes unter Rezitationvon Psalmen und Gebeten, dann gibt er dieses geweihte Salz dem Lamm zu lecken,wodurch dieses Opfertier von innerlichen Dämonen gereinigt werden soll; nach denErfahrungen der Opferanatomie mußte dieses zum Opferdienste ohnehin schon als zu-gelassen geltende Tier für das Gottheitsopfer noch besonders gereinigt werden, dann ersterhielt es den Nackenstich. Nerses verdammte den Volksbrauch, auch das Lammblut zusammeln und zu essen oder die Türschwellen mit Lammblut zu beschmieren. EinByzantiner des 11. Jahrhundertes behauptet, daß die Armenier ein Kreuz nur dann alsgeheiligt zuließen, wenn es vorher in ein Opfertierblut eingetaucht worden war( L'Anthropologie 1903, S. 60). Beim samaritanischen Passahfeste auf dem Berge Garizimbei Nabulus betrug die Zahl der daselbst geschlachteten Lämmer sieben. Der alte Opfer-ritus ist noch treu bewahrt, aber die frühere Sitte, daß Väter und Mütter an ihrenKindern und selbst an Säuglingen mit dem Opferblute einen Strich von der Stirn biszur Nasenspitze machen, wird nur noch heimlich geübt( Archiv f. Relig.- W., VIII., 295).In Italien ruft man sich auf Ostern wie eine Art Neujahrsgruß:>> Buona Pasqua!« zu. In den Fleischerläden hängen die Lämmleinund Zicklein mit frischem Lorbeergrün geschmückt( Beilage zur= frisches, junges Opfer-
*) Ahd. freiscing; indog.: praiskine; altfranz.: fresangetier, nicht ausschließlich etwa junges Schwein, sondern auch junges Schaf oder jungerZiegenbock; daher das Wort auch zur Erklärung eines alttestamentlichen Opfertieresverwendet wird, ohne daß man deswegen mythologischen Hintergrund anzunehmen nötighat( Heyne, 1. c. II, 181).