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Ostergebäcke : eine vergleichende Studie der Gebildbrote zur Osterzeit
Entstehung
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einem Wedel auf die Zimmerböden, um die elbischen Geister in Gestaltvon Wanzen zu vertreiben( Wuttke 3, 398). Im Konvent zu Tegernsee( vergl. die panes calendarii s. panes consuetudinales in natali Dominiet in Pasca debiti, qui ex consuetudine praestantur in refectorio[ Du Cange, VI, 131–132] und Z. f. ö. V. K., IX., 1905, Suppl. III, S. 22)gab es 1534 an diesem Tage bereits die sogenannte Propstsemmelaus feinerem Semmelmehle( Germ., IX, 199). Die Semmeln, das heißtdie feineren Semmelmehlbrote, sind ein auf Ostern beliebteres Fest-gebäck gewesen. Auch in der griechisch- katholischen Bukowina werdenschon am Karsamstag die zum Weihen in der Kirche bestimmtenSpeisen zurechtgelegt; dazu gehört vor allem das Osterbrot, das dort» Pasca« heißt; es wird schon an diesem Abende ein Pasca in kleineStücke zerschnitten, ein ganzer Pasca aber zur kirchlichen Weihefür den folgenden Tag bereitgestellt. Die zerschnittenen Stückedieses Osterbrotes werden dann mit den anderen Eßwaren in einenMilchkübel gefüllt oder in einen Korb mit anderen abergläubischenSachen( Lappen, Kastrationsschnur, durchlochte Steine, Kräuter etc.)gelegt und dann am folgenden Tage zur kirchlichen Weihe getragen( Beilage zur Allgem. Ztg. 1901, Nr. 79, S. 3). Diese Parascheve ist inähnlicher Weise in allen katholischen Gegenden Deutschlands nochüblich. Man sieht deutlich, wie die christliche Kirche das ganzeOsterfest beherrschte und in ihrem Sinne und nach ihrer Traditionausgestaltete.

B. Der Ostertag.

Jüd. Chag Ham- mazzoth, der Tag der ungesäuerten Brote. Dies azymorum, Diespaschalis, Pascha bonum carnosum, Rex dierum, festivitatum et celebritatum, celebritas,Dominica gaudii, Dies regalis. Nur die mittel-, west- und süddeutschen Stämme und dieAngelsachsen kennen Ostern", die übrigen, später christianisierten Stämme entlehntendie Festnamen aus dem Judentum. Gotisch: Paska; altsächsich: Pasca, Pascha; ndd.:Paskedag, Paschen-, Pasken-, Pausken-, Pâsche- Dag; altfries.: Paschta; nordfries.: Puask;westfries. Peeske; neuniederl.: Paasch( f.); altnorweg.: Pâskir; dänisch: Paaske; bayer.:die Ostern, Ostersonntag, Ostertag, Rote Eier- Sonntag, Fladensonntag; Upstandinge,Urstende. Bei den griechisch- orthodoxen Russen das vornehmste und größte Fest desganzen Jahres, Ostern ist breiter( vornehmer) als Weihnachten. Ostern ist nur einmalim Jahre," sagt der Russe, dessen Kirche den Ostertag ebenfalls nach der jüdischenMondjahrrechnung festsetzt, das heißt Ostern fällt auf den Sonntag nach dem Frühlings-vollmonde.

Das deutsche» Ostern«( ahd.: ostrà; ags.: eóstre) bedeutet eigent-lich die Zeit, in der die Sonne genau wieder im Osten aufgeht. Damitbegann also in dem zweimal geteilten Jahre der vom Judentumbeeinflußten christlichen Kirche das Großsommer- Semester und damitführte die christliche Kirche ein jüdisches Neujahr ein.

Das mosaische Jahr begann mit dem Passahfeste in der Fruchtreife des Frühlings;der erste Monat im Frühling war der Nisan; mit dem Frühlingsneumonde des MonatesNisan begann das jüdische Neujahr, am Frühlingsvollmonde dieses Nisan feierte manPassah. Der Ausgangstag für die Zeiteinteilung der alten Ägypter und Babylonier warder Vollmondtag, mit dem auch der jüdisch- biblische Sabbat zusammenhängt. Prof. Mahler