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269; vergl. auch M. Eysn, Das Antlaßei in Z. d. V. f. V. K. 1898, S. 340;Reiser 1. c. II, 115); auch in Tirol gibt das Mädchen ihrem Burschenein gekochtes Osterei( Wuttke,§ 551).
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Die Fruchtbarkeit liegt an diesem Tage sozusagen in der Luft.Am guten Freitag gibt es in Nordengland einen aus verschiedenenIngredienzen hergestellten Kräuter- Pudding, welcher Passion Dockgenannt wird( Dock Kornkiste, Hazlitt, II, 482), weil er in einemsolchen oder ähnlichen Geräte gemacht wird, wobei daran zu erinnernist, daß man im oberbayrischen Inntal ein Kruzifix oder Totenkreuzmit Saatkorn überschüttet( Rochholz, Deutscher Glaube und Brauch,I, 318). In Niederbayern kehrte man ein Brot auf einem Kruzifix um,trocknete es, zerstieß es zu Pulver und mischte letzteres dem Brot-teige zu, damit das Brot durch die Kraft des Kreuzes nicht schimmle( Panzer, Beiträge, II, 281). Das christliche Kreuz steht hier also als anti-zymotisches Abwehrmittel da, das auch für das Saatkorn verwendetwird. Damit erklärt sich auch vielleicht der Brauch in Schweden, dasJulkreuzbrot in die Ackerfurche zu legen.
Ein Gebildbrot christlich- kirchlichen Charakters sind auch diesogenannten» Hergt«( Herrgott) oder ungesäuerten Oblaten mit demBilde des Osterlammes, oder des auferstandenen Christus, oder desgekreuzigten Christus, welche in Thüringen verschenkt werden( Spieß, Idiot., 101). Ferner der sogenannte Greding der mittalterlichendeutschen Klöster, der an einem» Freitage« in der Fastenzeit an dieDienstboten verschenkt wurde unter dem priesterlichen Spruch: Credemihi( mulier),( Glaube mir, Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib! Evang. Johannes, IV, 21).
Die Etymologie des Brotnamens ist:( 1278) gred mich( Pfeiffers Germania, XV,80); mndl. crede micke; mlat. credemica( anlehnend an mica= Brosamen, Du Cange);micke= momicke brôt( Pfeiffers Germ., V, 80)= panis qui dicitur Gred mich, Gredemich( Voc. thent.); 1329 in pane Gredennih; 15. Jahrhundert ein phannen zelten in der breiteals ein gredmich; 1458 greding; 1525 gredling( Schweiz, Id., II, 705); 17. Jahrhundertcrede miki, ein niederrheinisches Klostergebäck; Flandern: Krickemicke.
Es scheint ein breiter Brotlaib gewesen zu sein, vielleicht einSaatbrot an die Hof- und Klosterdienstleute.
In Liegnitz( Schlesien) wurden am Karfreitag mehr als 15.000Menschen mit Buggeniten beschenkt; in Görlitz heißen sie>> Pocheneten«<, ein Frühjahrsbrot( auch Agnetenbrot genannt) ausungesäuertem Roggenmehle( Weinhold, Schlesisches Wörterbuch, 13;Neues Lausitzsches Magazin, XXVIII, 17 ff.).
Daß es vor Ostern noch Brezeln in der Karwoche gibt, isterklärlich. Im Würzburgischen hören mit dem Karfreitag die derFasten periode angehörenden sogenannten ausgezogenen Brezeln auf.( Nach gefälliger Mitteilung von Herrn Professor Brenner; Abbildungsiehe Archiv für Anthropologie, III, 101, Fig. 20.) Nach Wuttke³ 75,353, iẞt man im Schwäbischen am Karfreitag wie sonst in der ganzenFastenzeit oder am Gründonnerstag die» gesalzenen Brezeln«<, weilsie vor dem Fieber schützen sollen. Über die Bedeutung des Salzes