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Ostergebäcke : eine vergleichende Studie der Gebildbrote zur Osterzeit
Entstehung
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( Salz und Kümmel sind antidämonische Gewürze). Diese Gebäckegleichen den Broten der Araber, aus Durramehl hergestellt( nachProfessor Sepps gefälliger Mitteilung). Über das hefelose Brot werdeich noch unten sprechen.

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Sogenannte Kuchen des Karfreitags sind: Der Tiroler Öl-kuchen, der mit Fastenöl( Hanföl, Lein-, Repsöl) hergestellt wurde,weil das tierische Fett( Butter) erst später als Fastenfett erlaubt war.Die alten Griechen benützten Olivenöl oder Sesamöl zur Bereitungihrer Kuchen, die sie deshalb σησαμίδες, σησαμίδα δηλοι( nach der InselDelos) oder teploy nannten, und die der pronoms verschleißte. Es warendies aber mit Olivenhefe bereitete Kuchen( Lobeck, Aglaophamos,1076, 1061). Im Schwäbischen und Badischen gibt es Eierkuchen( 15. Jahrhundert ayrkuch liba fricatus, frittata; Diefenbach, I, 326)als Gericht der eigentlichen Osterzeit; über diese werden wir nochunten sprechen. Hier wäre nur kurz auf das sogenannte» Antlaẞei«einzugehen, ein in der Nacht vom Antlaßpfinztag zum Karfreitaggelegtes Ei, dessen Wert als sexuelle Kraft gewährendes Mittel vomVolke hochgeschätzt ist; außerdem gilt das Karfreitags- Ei auch alsMittel bei anderen schweren Krankheiten und Seuchen und soll sichbesonders lange gut erhalten( Arch. f. Schweiz. V. K. 1905, S. 146;Elsässer Wörterbuch, II, 665). Dieses vor dem Freitag gelegte Hühnereisichert die Männer vor Leibschaden, Genital- und Blasenleiden undImpotenz( siehe meine Volksmedizin, S. 154).» Das Antlaẞei ist imKirchengebrauch zur Weihe nicht begehrt,« sagt der genaue Volks-kenner Pfarrer Schlicht in seinem Altbayernland. Das Antlaẞei, warmaus dem Neste genommen, soll der mit einem Bruche( hernia;volksmedizinisch wird der Hodenbruch als Genitalkrankheit behandelt)Behaftete aussaugen, die Eierschalen sollen dann mit dem Urin des-selben angefüllt und in die Hure( Rauchfang) gehängt werden, dannvergeht nach und nach der Bruch, sobald der Urin in der Schale aus-getrocknet ist, das heißt sobald die Materia peccans verduftet ist. Auf derschwäbischen Alp bringt am Karfreitag morgens die Frau dem Manneein gesottenes Gänseei über das Ehebett und bereitet ihm am selbenTage noch einen Eierkuchen( Birlinger, Aus Schwaben, Sitten etc.,II., 72). Der Zweck ist klar genug. Auch das Gründonnerstagei hateine zauberhafte Wirkung, denn nach Praetorius( Blocksberg, 550)weisen die daraus ausgebrüteten Küchlein bei der Mauser alle Jahreneue Federfarbe auf. Die badische Mutter verhackt die Buchstabendes großen und kleinen Alphabets ganz fein mit einem Karfreitageiund gibt es vor dem ersten Schulgange( beim Beginn des neuenSchuljahres auf Ostern) dem Knaben(!) zu essen, damit er lernkräftigwerde( Mayer, Badisches Volksleben, 109; Myth. d. Germ., 310). Wennam Karfreitag auf einem Schweizer Bauerngute kein brütendes Huhn,das heißt kein Karfreitagei vorhanden ist, so kommt der Bauer inkurzer Zeit um Hab und Gut( siehe Schweizer Archiv f. V. K., VIII,

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