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Im( schwedischen) Småland spart man( nach Hammarstedt,Såkaka och Såöl, 266) die mit sogenanntem limp- deg( Teig für dasprofane weiche, limpa genannte Rundbrot) gebackenen Julkreuze mitgriechischer Kreuzform auf bis zum Karfreitag( dem Saetag), anwelchem Tage diese Kreuzbrote in Fleischbrühe getaucht( ohneFleisch) verzehrt werden( also noch mit Beobachtung der früherenkirchlichen Fastengebote) mit einem eigens zu Hause gebrauten Biere;also auch hierbei ist die germanische Mittwinterzeit( Totenfeier)maßgebend für die Wirksamkeit des am christlichen Karfreitag ver-zehrten Saatopfers in Gestalt des bekreuzten Brotes. Auch in Frank-reich sind um diese Zeit solche Kreuzbrote üblich( Montelius inPrometheus, XVI, 281). In England werden heiße Kreuzbrote( Hotcross- buns*) nach dem Vorbilde der heißen Wecken( Het- Weggen,siehe Abbildung 35) der vorausgegangenen Fastenzeit in der Frühausgerufen und verkauft, dort gelten sie auch als volksmedizinischeMittel( gegen Fieber und Diarrhöen). Das Kreuzbrot ist die» Kar-freitagssemmel«( Good- Friday- Bun) der Engländer, über welche dieVossische Zeitung 1902, Nr. 152, schreibt:» In gewissen DörfernEnglands wird die Karfreitagsemmel geradezu als Heilmittel genossenund gelegentlich auch dem Viehe verabreicht, wenn eine Seuche imStall ausbricht. Gewisse Bäckereien erfreuten sich im vorigen Jahr-hundert großer Berühmtheit wegen der dort am Karfreitag gebackenenKreuzsemmeln. In der Vorstadt Chelsea stand vor hundert Jahreneine Bäckerei, die am Karfreitag von über 50.000 Personen besuchtwurde, die keine anderen als die im Bunhaus gebackenen und mitSpezereien schmackhaft gemachten Semmeln genießen und nach Hausenehmen wollten. Der Aberglaube an die Kreuzessemmel spukt auchin einer alten Schenke im Quartier Bow im Ostende Londons. DasWirtshaus trägt das Schild» Zum Sohn der Witwe«, deren einzigerSohn gegen den Willen der Mutter zur See ging, und zwar an einemKarfreitag. Die gute Mutter behielt eine Kreuzessemmel für ihrenJungen bis zum nächsten Karfreitag auf, als er da nicht kam, reihtesie eine frische Semmel an die Schnur, aber er blieb verschollen, undnach dem Tode der Mutter haben die neuen Wirtsleute die Sammlung
*) Herr Professor Hoops in Heidelberg hatte die Güte, über die unsichere Etymo-logie des engl. bun zu berichten:„ Gewöhnlich wird das Wort bun, das im Angel-sächsischen nicht vorkommt, sondern zuerst 1371 belegt ist( cum uno pane albo, vocatobunne), mit provenzalisch bougno Schwellung, nordfranz. bigne zusammengebracht. DasDeminutiv dieses Wortes nordfranz. beignet, bignet, prov. bougnets bedeutet nämlichPfannkuchen, Puffer" und im Dialekt von Lyon soll auch das Simplex bugne oder bugniIn diesem Sinne vorkommen. Dazu span. bunuelos= Pfannkuchen, Semmel. So Murrayin New English Dictionary s. v. bun( 1888) und zuletzt Skeat, Notes on English Etymologyp. 25( 1901). Die Grundbedeutung des Wortes wäre dann ein aufgedunsenes, bauchigesBack werk. Sprachlich ist diese Entlehnung des engl. bun, mengl. bunne aus dem südfr.bugne schon möglich, aber bei der Verbreitung des Wortes in den engl. Dialekten wäredoch auch germanischer Ursprung denkbar, obschon ich im Augenblick selbst keine ont-sprechende Anknüpfung und Erklärung wüßte."
Zeitschrift für österr. Volkskunde. XII. Suppl. H. IV.
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