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rotes Tuchfleckerl( Blutsubstitut), das man dem Viehe eingibt( Alpen-burg, Mythen und Sagen Tirols, 76).
Die Erbsen, ein häufiges Totenfeieressen, gehören den Seelengeistern; man stecktErbsen in die Totenköpfe( Wuttke*§ 472). An diesem Tage nun gehören die Erbsenden elbischen Zwergen; sonst bekommt man leicht Schwären( mitessende Zehrwürmer,Wurmdämonen), Wolf, Beiträge, II, 324. Die an diesem Tage geworfenen Kälber bleibennicht am Leben( Yermoloff, 95; Wuttke ³§ 699,§ 87). Wenn man mit einem Linden-sprossen, der am Karfreitag beim Zwölführschlage geschnitten wurde, den ersten Kinds-brei anhrt, so bekommt das Kind nie Zahnweh( Rochholz, Alem. Kinderlieder, 292).
Der volkskundliche Hintergrund des» höchsten Freitags imganzen Jahre« trägt einen vorwiegend vorbeugenden, antidämonischenZug. Nicht nur häufen sich die volksmedizinischen, gegen angehexteTier- und Menschenkrankheiten gerichteten abergläubischen Mittelgerade an diesem Tage, sondern auch die Mittel, um weiblicheSchönheit und männliche Fruchtbarkeit und Saatenglück zu erzielen.Die Antlaẞeier, das Nägel- und Haarschneiden( Schertag), Karfreitag-wasser etc.( siehe das Jahr im oberbayrischen Volksleben, S. 16;Reiser, Sagen, II, 114 ff.; Meyer, Badisches Volksleben, 502 etc.) be-kunden, daß Mischungen von kirchlichem Teufels-, Hexen-, altgerma-nischem oder altrömischem Aberglauben sich an diesem Tage mehrals an anderen Tagen vereinigen. Auffallend viele der abergläubischenGebräuche desselben sind an kirchliche Kultzeiten unter tags undan solche Kulthandlungen dieses Tages gebunden, nur wenigeSaatgebräuche an die Nachtzeit:» Die meisten( nicht durch römisch-kirchlichen Einfluß veranlaßten) germanischen Osterbräuche erklärensich aus einem Frühlingsfeste, das den Germanen, wie allenVölkern eigen war, aber auf keine bestimmte germanische Gottheitzu beziehen ist.«( Golther, Myth., 488.)
Bei manchen, namentlich bei den volksmedizinischen Handlungen des Karfreitagsspielt der Dies Veneris durch die mittelalterlichen Schriftgelehrten mit herein und sicher-lich auch ein traditionell vor dem Oster- Neujahr eingeschlichener, neujahrzeitlicherSeelen- oder Totenkult.( Vergl. dazu die Veilchensaat am Karfreitag in der Haute Bretagne[ Les violiers.] Die Veilchen sind die Blumen der Proserpina; Revue des traditions popu-laires XVIII No. 1, Cotumes et superstit No. 36) In einigen sächsischen Orten ist es nochlebendiger Brauch, in der Karfreitagnacht aus Sargnägeln und Sarggriffen geschmiedeteSchutzringe gegen Gicht und andere Gebrechen herzustellen( Mitt. d. Ver. f. sächs. V. K.,III, 4. Heft), welcher Brauch sicher mit dem Totenkult dieses Tages zusammenhängt,wozu der Todestag Christi auch das begünstigende Moment gewesen sein mag; daherauch der an anderen Seelenkulttagen zu findende Volksbrauch, am Karfreitag zu fasten,bis die Sterne aufgehen oder bis zum Sonnenuntergang. Bei den Nordländern war dasFasten am Ostertage als Mittel gegen Fieber( Krankheitsdämonen), weil eine heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischeSitte, verboten.( Maurer, Bekehrung, II, 422.)
Das am Karfreitag übliche Brot heißt an manchen Orten>> Marterbrot«< wegen der biblischen Marterwoche. In der Pfalz giltes als löblich, wenn die Hausfrau an diesem Tage frühmorgensfrisches Brot bäckt( Grünwald, Pfälzischer Bauernkalender, S. 32). InErfurt gab man ein am Karfreitag über dem Kruzifix( Kreuz) ge-weihtes Brot als Fiebermittel( Z. d. V. f. V. K. 1901, 274); überhaupt