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und Wespen etc.) gestochen oder verletzt werden( John, Sitten, 61;Wuttke§ 450, 620); nur im tschechischen Teile von Böhmen istdas Honigessen am Gründonnerstag allgemein volksüblich, teilweiseauch in Deutschböhmen, Schlesien und Lausitz. Wenngleich nunsicher vielfach jüdische Ritus- und Kultgebräuche in den christlichenVolksgebrauch eingedrungen sind, so ist doch das Honigessen amGründonnerstag nicht auf den jüdischen Talmud zurückzuführen( Urquell, Monatsschrift für Volkskunde, IV, 213), der dem dortigenVolke nicht bekannter ist als anderswo, sondern es ist dem Umstandezuzuschreiben, daß die wendischen Zeidler und Impker, die früherenMeister in der Honigzucht, um diese Zeit ihre Honigstöcke zuschneiden pflegen und dann der Honig dort leichter zu haben ist( vergl. Lausitzsche Monatsschrift, 1793, S. 158). In den Bauernhäusernum Reichenberg( Böhmen) wirft am Gründonnerstag vor Sonnen-aufgang ein Knecht, nachdem er schweigend sich im fließenden( Oster-) Wasser gewaschen hat, ein mit Honig bestrichenes Brot inden Brunnen, ein anderes in die junge, grüne, frische Saat des Ackers,wie anderwärts Eierschalen oder Osterkuchen( s. u.). Honigsemmelnund Kümmelplätzel, das heißt mit Feldkümmelgewürz bestreuteFlädlein( placentulae) sind auch das Gründonnerstagessen der BautzenerWenden( Rochholz in Illustr. Ztg. 1868, Nr. 1293); für diese ist derGründonnerstag ein ganz besonderer Festtag. Sie finden sich andemselben vom Lande her in den Lausitzschen Städten zahlreicherals an anderen Tagen ein, wobei für die Kinder ein Marktgeschenk( wie am Nikolaustage anderwärts) abfällt, das alle Jahre im Wertesteigt und solange andauert, bis das Kind beim Abendmahle gewesenist, das nennen sie» den grünen Donnerstag geben«( LausitzscheMonatsschrift 1793, S. 157, Anm.). Wer an diesem Tage in derwendischen Lausitz» Kümmelplätzel« ißt, ist das ganze Jahr übervor Flöhen gesichert( I. eod. 158). Diese» Platz«<( placentae), dienamentlich auch im Fränkischen unter diesem Namen üblich sindund im 14. Jahrhundert vom Platzbäcker hergestellt wurden, werdennatürlich im Wendischen auch mit Honig bestrichen, zu welchemZwecke auch kleine Öffnungen in den Kuchen geritzt sind. Weithäufiger und von den gemeinen Wenden weit gesuchter ist der bloßmit Sirup( Honigersatz) überkleisterte, aus dem schlechtesten Nach-mehle gebackene Platz, oder sogenannte Honigkuchen am Grün-donnerstag.
4. Etwas Gemeinsames haben auch die übrigen Gründonnerstag-gebäcke insofern, als sie entweder mit» grünen Kräutern<< vermengtsind oder bereits vorgreifend an Ostertagsgebäcke anknüpfen, oderdie Fastenzeitgebäcksformen noch einmal wiederholen.
Zu den grünen Gebäcksformen gehören zum Beispiel das Lüne-burger Krautbrot, der Berner Krautkuchen( Schweizer Idiot,I, 581, III, 136) mit grünen Frühlingskräutern belegt; der Flandersche